Biathlon wetten in der Schweiz: Der Weg über Sporttip, der Weg über Jouez Sport – und was ausländische Seiten kosten

Updated Oktober 2026
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Stand: 29. Oktober 2026. Geprüft gegen die Bewilligungen und die Aufsicht der Gespa sowie gegen die veröffentlichten Wettregeln von Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport.

Eine verschneite Langlaufloipe führt durch Tannenwald im Morgenlicht, frische Spuren im Schnee, dahinter Berge im Dunst.
Im Biathlon kostet ein Fehlschuss in Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel eine Strafrunde von 150 m.

Wer im Januar eine Startliste studiert und danach nach einer Quote sucht, landet schnell auf einer Seite, die ihm ein Willkommenspaket in Aussicht stellt, ohne eine einzige Bewilligung zu nennen. In der Schweiz ist das kein Detail am Rand, sondern die ganze Frage. Sportwetten sind hier ein Grossspiel, und ein Grossspiel darf nur veranstalten, wer eine Bewilligung des zuständigen interkantonalen Aufsichtsorgans besitzt. Zwei Veranstalter haben sie: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Damit gibt es für Biathlon zwei Wege, und sie schliessen sich gegenseitig aus.

Sporttip bedient die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Jouez Sport steht den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura offen. Wer in Zürich wohnt, kann bei der Loterie Romande kein Konto eröffnen, und wer in Lausanne wohnt, keines bei Swisslos. Das ist keine Kulanzfrage, sondern die Grenze des jeweiligen Geschäftsgebiets, und sie entscheidet über den ganzen Rest: über die Limiten, über die Regeln im Streitfall und darüber, an wen man sich wendet, wenn eine Quote falsch abgerechnet wurde.

Daneben stehen die ausländischen Marken, denen ein Leser im Netz begegnet. Sie haben keine Schweizer Bewilligung, und man kann sie nicht als gleichwertige dritte Option behandeln. Sie sind trotzdem Teil dieses Vergleichs, weil ein Leser sie sieht und weil ein Urteil über sie mehr wert ist als ein Verbot, das er ohnehin nicht befolgt. Was sie kosten, steht im Abschnitt «Der Vergleich der zehn Anbieter: geprüft, nicht beworben» in aller Nüchternheit.

Die Rechtslage: was im Winter überhaupt gewettet werden darf und wer anbieten darf

Biathlon ist ein Sport unter vielen, und die Regeln, die hier gelten, wurden nicht für Biathlon geschrieben. Sie gelten, weil ein Biathlon-Rennen ein Sportereignis ist und weil Wetten darauf in der Schweiz zu den Grossspielen zählen. Der Rahmen steht im Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Wer als Wettender denkt, für Sportwetten sei die Eidgenössische Spielbankenkommission zuständig, liegt falsch; die beaufsichtigt Kasinos, nicht Sportwetten.

Eine Seilbahnkabine schwebt über einem verschneiten Tal, die Sonne bricht durch die Wolken und beleuchtet die Hänge.
Biathlon gehört seit 1960 mit dem 20-km-Rennen der Männer zum olympischen Programm; Wettbewerbe der Frauen wurden erstmals 1992 in Albertville ausgetragen.

Zwei Bewilligungen, und keine dritte

Eine Bewilligung für ein Grossspiel besteht in der Schweiz aus zwei Teilen, einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung, und sie gilt nur in der Schweiz. Das ist die Grundlage dafür, dass es hier keine Liste von zwanzig konzessionierten Buchmachern gibt, sondern eine Liste mit zwei Einträgen. Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, stützt sich auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 und betreibt ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande, mit Sitz in Lausanne, betreibt sie unter dem Namen Jouez Sport.

Ein ausländischer Anbieter kann hier nichts davon vorweisen. Und wer ein solches Angebot betreibt, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Wettende selbst wird nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft, und das ist der Punkt, an dem viele aufatmen. Zu früh. Denn Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden. Der Spieler riskiert also nicht die Busse, sondern das Geld.

Ein Paar Langlaufskier steckt aufrecht im Schnee neben einem Holzzaun, die Sonne glitzert auf Eiskristallen.
Beim Biathlon-Schiessen beträgt die Entfernung zu den Scheiben 50 m.

Was auf der behördlichen Liste steht

Die zweite Hälfte der Rechtslage betrifft nicht den Anbieter, sondern das Angebot. Erlaubt ist nur, was auf der behördlichen Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten steht, in der Fassung, wie die Gespa sie führt. Biathlon mit seinen Weltcup-Rennen und Weltmeisterschaften gehört zu den Sportarten, die dort vorkommen; die Liste ist trotzdem eine geschlossene Aufstellung, und sie ist enger, als ein Fussballfan erwartet. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie ausdrücklich genannt sind, Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie genannt sind, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über den Start bei einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Eckball- und Kartenmärkte erscheinen nicht, ein Esport-Abschnitt ebenso wenig. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Für Biathlon heisst das: das Angebot kann breiter aussehen als das, was eine ausländische Seite auf ihrer Startseite zeigt, aber es ist keine offene Baustelle. Livewetten sind erlaubt, vor dem Rennen und während des Rennens, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte gibt es nicht. Wer sich an einem Wettkampf als Aktiver beteiligt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Cash-Out ist gesetzlich überhaupt nicht geregelt; es ist eine Funktion des jeweiligen Veranstalters, und bei Sporttip hat sie einen klaren Zuschnitt, den dieser Text in seinem Abschnitt beschreibt.

Ein Hinweis, der hier oft falsch weitergegeben wird: Wettende dürfen nur auf Sportereignisse setzen. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind in der Schweiz nicht Teil des erlaubten Angebots. Undeutlich ist die Lage bei virtuellen Sportarten; dazu lässt sich nichts Belastbares sagen, und wer das prüfen will, schaut in die aktuelle Liste.

Kein Zugriff auf das Schweizer Sperrregister

Ein Konto bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung hat eine Folge, die in der Werbung nie vorkommt: einen Anschluss an das schweizweite Register der gesperrten Personen gibt es dort nicht. Wer sich bei Swisslos für 1 bis 180 Tage oder unbefristet selbst sperrt, blockiert damit auch seinen Zugang bei einer ausländischen Seite. Eine Sperre wirkt über die Grenze einer einzelnen Plattform hinaus. Ohne Schweizer Bewilligung fehlt ausserdem jeder Schweizer Rechtsweg, und die Domains solcher Anbieter können auf die Sperrliste der Gespa kommen, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre umsetzen. Diese Liste besteht seit dem 3. September 2019 und umfasste Ende 2025 insgesamt 671 Domains. Gesperrte Adressen werden innert Stunden ersetzt, was die Aufsicht selbst als Domain-Hopping beschreibt und wobei sie Interwetten und Bet-at-Home namentlich nennt; bet365 führt sie ebenfalls auf der Liste.

Die ehrliche Zusammenfassung lautet nicht «hier sicher, dort gefährlich», sondern: der bewilligte Weg bringt den vollen Schweizer Schutz und dafür zwei Anbieter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzbedingung und eine Identitätsprüfung. Der ausländische Weg bringt mehr Auswahl und keine dieser Absicherungen. Beides hat einen Preis, und der Leser entscheidet, welcher zu ihm passt.

Verlustlimiten, Spielsperre und was auf einer Wettseite wirklich geschützt ist

Biathlon hat eine Wintersaison, und die ist kurz und dicht: Rennen an vier, fünf Tagen hintereinander, Verfolgung am Samstag, Massenstart am Sonntag, dazu Weltmeisterschaften, in denen an einem Nachmittag mehrere Entscheidungen fallen. Kaum ein Sportprogramm lädt so zum Nachlegen ein. Genau deshalb steht der Spielerschutz hier nicht als Pflichtkapitel am Rand, sondern dort, wo er das Budget trifft.

Limiten setzt der Wettende, nicht der Staat

Die Schweiz kennt keine gesetzliche Einzahlungsobergrenze. Der Veranstalter muss von den Spielenden verlangen, dass sie einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste je Tag, Woche oder Monat festlegen; die Zahl kommt also nicht von einer Behörde, sondern vom Wettenden selbst. Bei Sporttip werden vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; das Gesetz sieht 24 Stunden vor, Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage hinterlegen.

Die 72 Stunden sind mehr als eine Formalie. Wer nach einem verlorenen Massenstart den Betrag am Abend erhöhen will, kann das nicht mehr in derselben Nacht; der Entschluss muss drei Tage gegen die nächste Startaufstellung halten. Wer eine Limite dagegen senkt, merkt sie sofort — die Sperre gegen den eigenen Impuls wirkt nur nach unten.

Bei ausländischen Anbietern ist das eine Hausregel des jeweiligen Betreibers. Es gibt keine Schweizer Instanz, die ihm Höchstwerte vorschreibt, und keine Stelle, bei der ein Streit über eine Limite verhandelt würde. Wer dort mit einem Monatsbudget arbeitet, verwaltet es selbst; die Plattform hilft ihm nicht dabei.

Sperren, Register und abgeschottete Türen

Wer sich bei Swisslos selbst sperren will, kann das produktbezogen für 1 bis 180 Tage tun, ohne dass die Sperre vor Ablauf aufgehoben werden kann. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Kasinos einschliesslich Online-Kasinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Es geht hier nicht um eine Checkbox in einem Konto, sondern um ein System, das quer über Anbieter wirkt. Freiwillig gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Bei einem Anbieter ohne Bewilligung fehlt dieser Anschluss. Für die Schweiz bestehen zwei Systeme mit unterschiedlichen Zwecken: das Sperrregister nach dem Geldspielgesetz und die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains. Das Register schützt Personen, die Liste blockiert Adressen. Wer sein Wettkonto selbst dichtmachen will, braucht das erste — und nur der bewilligte Weg führt dorthin.

Wo die Aufsicht selbst Grenzen zeigt

Der Schutz an den Verkaufsstellen hält nicht, was viele annehmen. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Regel «ab 18» für eine Mauer hält, irrt; sie ist eine Vorschrift, und ihre Durchsetzung ist Handarbeit. Online greift die Altersgrenze anders, weil die Registrierung eine Ausweiskontrolle verlangt: Bei der Online-Registrierung von Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Dokument ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Ein Detail, das bei Sportwetten dazugehört: im Gegensatz zum Kasino gibt es beim Wetten keinen Kredit. Wetten lassen sich nur mit Guthaben abschliessen; ein Nachlassen auf Kredit ist nicht möglich. Und seit 2025 wird bei Gratisspielguthaben strenger gearbeitet — freiwillige Leistungen wie Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa, die 2025 vierundzwanzig Zustimmungen an die Loterie Romande und acht an Swisslos erteilt hat.

Was im Winter auf dem Programm steht: Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel

Ein Biathlon-Rennen ist im Kern eine Kombination aus zwei Sportarten, und das ist der Grund, weshalb Wetten darauf anders aussehen als Wetten auf ein Fussballspiel. Gelaufen wird auf Ski, geschossen wird mit dem Kleinkalibergewehr, und die Uhr läuft über die gesamte Strecke weiter. Wer nur die Schiesszeiten betrachtet oder nur die Laufzeiten, sieht die Hälfte. Ein Nominell schnellerer Läufer verliert ein Rennen regelmässig an einem einzigen Stehendschiessen, und ein mittelmässiger Läufer gewinnt eines, weil er 20 von 20 Scheiben trifft.

Sieben Disziplinen, vier Arten von Zeitverlust

Der Weltcup kennt sieben Disziplinen: Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel, Mixed-Staffel und Single-Mixed-Staffel. Sie unterscheiden sich nicht im Prestige, sondern in der Art, wie Fehler bestraft werden. In Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel kostet jeder Fehlschuss eine Strafrunde von 150 Metern, in der Single-Mixed-Staffel 75 Meter. Im Einzelrennen gibt es keine Strafrunde, stattdessen wird pro Fehlschuss eine Strafminute addiert.

Der Unterschied ist gross genug, um eine Wette darauf zu verändern. Eine Strafrunde ist ein Zeitverlust von rund zwanzig Sekunden, je nach Loipe und Können; eine Strafminute ist eine Strafminute, und im Einzel addieren sich bei vier Fehlschüssen vier Minuten. Wer im Einzelrennen auf einen Sieg wettet, wettet damit stärker auf ruhige Nerven am Schiessstand als auf die Laufform. Wer im Sprint auf einen Sieg wettet, setzt eher darauf, dass die Strafrunden gering bleiben und die Laufleistung trägt. Dieselbe Person kann in beiden Rennen eine völlig andere Quotenlogik treffen.

Zehn Scheiben, zwei Positionen, ein Mass

Geschossen wird aus 50 Metern Entfernung. Der Trefferbereich misst 4,5 Zentimeter im Durchmesser im Liegendschiessen und 11,5 Zentimeter im Stehendschiessen. Der Sprung von der liegenden zur stehenden Position ist die grösste Einzelvariable, die ein Betrachter beobachten kann: mehr als das Doppelte des Trefferbereichs liegt im Stehendschiessen ausserhalb dessen, was ein Schütze in Ruhe treffen würde.

Pro Station gibt es fünf Schüsse, zwei Stationen pro Rennen, insgesamt zehn Scheiben — mit Ausnahme des Einzels, in dem dasselbe Programm ohne Strafrunde geschossen wird. Wer eine Prognose baut, sieht sich die Trefferquoten im Stehendschiessen der letzten Rennen an, dazu die Ruhe am Schiessstand unter Druck, dazu die Laufzeiten, und ordnet beides gegeneinander ab. Das ist Rechenarbeit an öffentlich zugänglichen Zahlen, keine Prognose aus dem Bauch.

Wo die Saison ihre Entscheidungen sucht

Die ersten Weltmeisterschaften im Biathlon wurden 1958 in Saalfelden in Österreich ausgetragen, zunächst für Männer; die Frauen-Wettbewerbe begannen 1984 und werden seit 1989 gemeinsam mit den Männern ausgetragen. Olympisch ist Biathlon seit 1960 mit dem 20-Kilometer-Rennen der Männer; Wettbewerbe der Frauen standen erstmals 1992 in Albertville im Programm. Der Weltverband IBU entstand nach der Saison 1993/94, als sich der Biathlon von der UIPMB trennte. Das ist keine Zierde am Rand: es erklärt, warum die Wettbewerbsstruktur etwa bei Weltmeisterschaften so gebaut ist, wie sie ist.

Für die Wertung ist ein Punktesprung wichtig, der in Wettforen oft falsch zitiert wird. Seit der Saison 2022/23 gibt es für einen Sieg in einem Einzelrennen des Weltcups jeweils 90 Punkte; von 2008/09 bis 2021/22 waren es 60. Ein Sieg ist damit heute deutlich mehr wert als früher, und die Gesamtwertung entwickelt sich über den Winter schneller. Die Gesamtsieger erhalten die «grosse Kristallkugel», die Sieger der Disziplinenwertungen die «kleinen Kristallkugeln»; Rekordsieger im Gesamtweltcup sind bei den Männern Martin Fourcade mit sieben Titeln und bei den Frauen Magdalena Forsberg mit sechs.

Wie der Winter als Wettkalender aussieht

Die Rennen liegen dicht, und der Wert einer Wette hängt daran, wann sie platziert wird. Vor dem Sprint steht ein Prolog, in dessen Ergebnis die Startaufstellung der Verfolgung steckt; wer auf ein Verfolgungsrennen setzt, bevor der Sprint gelaufen ist, wettet auf ein Feld, das noch nicht feststeht. Die Verfolgung wird in Startintervallen des Vortagesergebnisse gelaufen, was Unterbrechungen und Positionswechsel wahrscheinlicher macht. Weinzierl-Wetterlagen in Mitteleuropa verschieben einzelne Rennen, und ein kurzfristiger Programmwechsel trifft jede Wette, die auf ein bestimmtes Rennen gesetzt wurde.

Für den Betrachter ergibt sich daraus eine Reihenfolge. Zuerst die Startliste und die Form der letzten zwei Rennen lesen; dann das Wetter und die Loipenbedingungen; dann die Schiessleistung im Stehendschiessen der betreffenden Personen; dann die Quote daneben legen. Umgekehrt, von der Quote zur Form, läuft der Weg in eine Falle: ein Preis, der gut aussieht, sieht meistens gut aus, weil der Markt über die Form besser informiert ist als ein einzelner Leser.

Der Vergleich der zehn Anbieter: geprüft, nicht beworben

Zehn Namen, geordnet nach Bewilligung, Produktumfang und Regeln, nicht nach der Grösse der beworbenen Aktion. Zwei davon haben eine Schweizer Bewilligung, acht haben keine. Das ist keine Auszeichnung der ersten zwei und kein Freibrief für die anderen acht, sondern die Tatsache, die jede weitere Zeile dieses Vergleichs rahmt und die Kosten jeder Option bestimmt.

Plattform Schweizer Bewilligung Veranstalter oder gemeldete Bewilligung Ein zentraler Punkt
Swisslos Sporttip ja, Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; Konto nur im eigenen Geschäftsgebiet Einzel- und Kombiwetten von CHF 1 bis CHF 1’000, Systemwetten bis CHF 10’000 pro Wette
Loterie Romande Jouez Sport ja, Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, Sitz Lausanne; Konto nur in den sechs Westschweizer Kantonen 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende
myBet nein, ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz; kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen
22Bet nein, ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz; kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen
Jackbit nein, ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz; kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen
Interwetten nein, ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz; kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg auf der Sperrliste der Gespa namentlich genannt, Domain-Hopping möglich
AmunRa nein, ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz; kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen
20Bet nein, ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz; kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen
Boomerang Bet nein, ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz; kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen
Sportaza nein, ohne Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz; kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg Domain kann auf die Sperrliste der Gespa kommen

Die Spalte mit dem zentralen Punkt ist bewusst dünn besetzt, und das liegt nicht an fehlender Sorgfalt. Bei den acht Marken ohne Bewilligung ist die Domain-Sperre die einzige Angabe, die für jede von ihnen tatsächlich belegbar ist, und sie ist die einzige, die einen Schweizer Leser unmittelbar betrifft: eine Adresse, die auf der Liste steht, ist für ihn unter Umständen gar nicht mehr erreichbar. Alles andere über diese Häuser stammt aus ihrer eigenen Werbung, und Werbung ist keine Prüfungsgrundlage. Wer eine dieser Seiten trotzdem öffnet, findet dort Bedingungen in einer anderen Sprache, ein anderes Streitverfahren und keine Stelle in der Schweiz, die für ihn entscheidet.

Die Einordnung der ersten beiden Zeilen erklärt zugleich, warum die Bewilligung nicht nur ein Papier ist. Wer bei Sporttip oder Jouez Sport ein Konto hat, unterliegt einer Aufsicht, die Testkäufe durchführt, Limiten prüft und Bussen verhängen kann. Wer bei einer der acht anderen Marken spielt, unterliegt einem Vertrag, dessen Durchsetzung er selbst organisieren müsste.

Swisslos Sporttip: der Weg für alle im Vertragsgebiet, mit dem strengsten Kontenrahmen

Sporttip ist das Produkt, unter dem Swisslos seine Sportwetten führt, und Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Geschäftsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Die Kontenregeln sind der auffälligste Teil des Angebots, und sie fallen nicht zu Gunsten des Anbieters aus. Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre landet in einem schweizweiten Register und gilt auch für Kasinos und im Fürstentum Liechtenstein.

Der Einsatzrahmen ist eng und klar: Mindesteinsatz CHF 1 bei Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 bei einer Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 bei einer Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit grösseren Beträgen arbeiten will, findet hier die Grenze, und er findet sie hart: Die Annahme erfolgt gar nicht erst.

Bei den Zusatzfunktionen lohnt das Lesen der Regeln mehr als das Lesen der Startseite. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; ein Anspruch auf Cash-Out für alle Wetten besteht nicht. Ausgeführt wird er bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt gibt es nicht.

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer roten Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Im Biathlon ist das die Regel, die man kennen sollte, bevor man in der Schlussrunde eines Massenstarts noch schnell etwas nachsetzt: Was schon entschieden ist, wird nicht mehr bezahlt.

Die Produktregeln sind strenger, als der Alltag vermuten lässt. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, und Verlängerung oder Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind — für Biathlon ein Nebenschauplatz, aber die Stelle, an der Kombiwetten aus verschiedenen Sportarten auseinandergehalten werden müssen.

Aktionen sind vorhanden, aber limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost gilt nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind auch hier limitiert.

Und wo das Geld hingeht: Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Millionen, davon CHF 506 Millionen an die kantonalen Fonds und CHF 56 Millionen an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und die Sporthilfe unterstützt. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Millionen, nach CHF 122 Millionen im Jahr 2024. Wer bei Sporttip wettet, finanziert also unter anderem den Breitensport mit, und der Rückgang um 13 Millionen Franken zwischen zwei Jahren zeigt, dass dieser Beitrag nicht selbstverständlich ist.

Das Urteil: Sporttip ist der Anbieter für den Leser, dem ein enger, kontrollierter Rahmen lieber ist als ein weiter. Die Einsatzlimiten und die Verlustlimiten mit ihrer Dreitage-Sperre nach oben machen es schwer, an einem Sonntagnachmittag mit fünf Entscheidungen das Budget zu sprengen. Wer dagegen hohe Einsätze oder Teilauszahlungen sucht, stösst hier auf Wände — und die Wände stehen nicht aus Versehen da.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Recht, ein anderes Publikum

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligungsgrundlage ist dieselbe wie bei Swisslos: eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel unter der Aufsicht der Gespa.

Für einen Leser in Genf oder Sitten ist das keine Alternative zu Sporttip, sondern der einzige bewilligte Zugang überhaupt. Ein Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Geschäftsgebiet möglich, und das Geschäftsgebiet der Loterie Romande endet an der Sprachgrenze. Wer in Freiburg wohnt und bei Sporttip ein Konto eröffnet, wird bei der Registrierung scheitern, weil die Prüfung gegen Adressdatenbanken läuft und die Wohnadresse nicht im Vertragsgebiet liegt.

Die 2’350 Verkaufsstellen sind in diesem Zusammenhang mehr als eine Zahl für den Geschäftsbericht. Sie sind die Infrastruktur, über die in der Westschweiz überhaupt ein Wettschein auf Papier entsteht, und bei Testkäufen der Gespa erwies sich genau dieser Kanal als durchlässig: In 200 Fällen wurde an Verkaufsstellen 47,5 % der Testkäufe eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer sein Kind an einem Kiosk in Lausanne eine Wette abgeben lässt, verlässt sich auf eine Kontrolle, die in fast der Hälfte der geprüften Fälle nicht funktioniert hat.

Das Urteil: Jouez Sport ist für Wettende in den sechs Kantonen die einzige Tür mit Schweizer Bewilligung, und der Preis dafür ist die Bindung an die Westschweiz — wer umzieht, wechselt die Seite und nicht nur den Anbieter. Die Verkaufsstellenzahl ohne den Testkaufbefund zu nennen, wäre ein Gefallen an die Loterie Romande, den dieser Text nicht schuldet.

myBet: ohne Bewilligung, ohne Schweizer Rechtsweg

myBet gehört zur Gruppe der Anbieter, die in der Schweiz auftreten, ohne über eine Bewilligung zu verfügen. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten; eine gemeldete ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft. Auch die Aufsichtsgrundlage fehlt: kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und damit per DNS-Sperre unerreichbar werden.

Wer sein Konto bei myBet selbst dichtmachen will, braucht eine Selbstsperre innerhalb der Plattform, denn die Schweizer Sperre greift dort nicht. Wer im Streitfall eine Adresse sucht, an die er sich wendet, findet keine in der Schweiz. Wer eine solche Seite öffnet, tut das auf eigenes Risiko.

22Bet: derselbe Rahmen, dieselbe Lücke

Bei 22Bet liegt die Sache gleich: keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das Register der gesperrten Personen, kein hiesiger Rechtsweg, dafür die Möglichkeit einer Aufnahme in die Sperrliste der Gespa und der DNS-Sperre bei Schweizer Telekommunikationsanbietern.

Für Biathlon heisst das vor allem eines: Das Angebot, das dort zu finden wäre, richtet sich nicht nach der behördlichen Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Wer etwa auf Trainingsläufe oder auf besonders feine Nebenmärkte stösst, stösst auf etwas, das es bei einem bewilligten Anbieter nicht gibt — und hat dafür keine Aufsicht und kein Register auf seiner Seite.

Jackbit: kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Zuständigkeit

Jackbit ist eine der acht Marken, die ohne Schweizer Bewilligung gelistet sind, und die Bewertung fällt bei ihnen nach denselben Kriterien aus. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain auf der Sperrliste möglich.

Ein Unterschied zwischen den acht Marken lässt sich aus dem, was tatsächlich belegbar ist, nicht ableiten, und dieser Text erfindet keinen. Die Domain-Sperre ist die einzige Angabe mit Schweizer Wirkung: Sie kann einen Zugang von einem Tag auf den anderen verschwinden lassen, und das kann im laufenden Wettbetrieb passieren. Wer ein Guthaben dort liegen lässt, verliert im schlimmsten Fall den Zugriff darauf. Wer bei Jackbit ein Konto führt, sollte das Guthaben behandeln wie Bargeld in einem fremden Haus.

Interwetten: der Name, den die Aufsicht selbst nennt

Interwetten steht in derselben Gruppe ohne Schweizer Bewilligung — und ist eines der beiden Unternehmen, die die Gespa im Zusammenhang mit Domain-Hopping ausdrücklich nennt. Das ist kein Nebensatz, sondern der belegte Beleg dafür, was passiert, wenn eine Domain gesperrt wird: Eine gesperrte Adresse wird innert Stunden durch eine neue ersetzt, und die Liste wächst laufend. Ende 2025 umfasste sie 671 Domains, während sie bei ihrer ersten Veröffentlichung am 3. September 2019 mit einer kleinen Zahl begonnen hatte.

Für einen Leser, der eine Schweizer Wettseite sucht, ist das die deutlichste Absage des ganzen Vergleichs. Dass eine Plattform nach einer Sperre rasch wieder auftaucht, ist kein Zeichen von Stärke, sondern der Grund für die nächste Sperre. Die Sperrliste ist für einen Anbieter ohne Bewilligung gedacht, und ein Anbieter auf dieser Liste hat die Bewilligung nicht verloren, sondern nie gehabt.

AmunRa: Konto ohne Schweizer Anbindung

AmunRa trägt dieselbe Kennzeichnung wie die übrigen sieben ausländischen Marken: ohne Schweizer Bewilligung, keine Kraft einer ausländischen Bewilligung in der Schweiz, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Aufnahme in die Sperrliste möglich.

Praktisch heisst das: Ein Konto dort existiert ausserhalb des Schweizer Schutzsystems, und jede Regel, die den Umgang mit Einsätzen, Limiten oder Streitigkeiten betrifft, steht in den Bedingungen des Betreibers. Biathlonspezifische Marktbeschreibungen, die über die behördliche Liste hinausgehen, sind auf einer solchen Seite kein Fehler, sondern die Folge davon, dass sie hier weder einer Bewilligung noch einer Aufsicht unterliegt.

20Bet: kein Register, kein Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht

Bei 20Bet gilt die gleiche Ausgangslage. Ein Konto dort ist an keine Schweizer Aufsichtsstelle gebunden, und ein Streit über eine abgerechnete Wette liesse sich nur nach den Bedingungen des Betreibers führen. Zur Selbstsperre fehlt der Anschluss an das schweizweite Register.

Die Liste der Gründe, die für die eine oder andere Option sprechen, ist bei allen acht ausländischen Marken dieselbe, und das ist die eigentliche Nachricht des Vergleichs. Die Unterschiede zwischen diesen Häusern liegen in Dingen, die sich nur in ihren eigenen Bedingungen prüfen lassen und jeden Winter ändern, nicht in der Frage, ob ein Schweizer Leser bei ihnen auf derselben Rechtsgrundlage spielt. Er spielt bei ihnen auf gar keiner Schweizer.

Boomerang Bet: derselbe Status, dieselbe Pflicht zur Prüfung

Boomerang Bet steht ohne Schweizer Bewilligung in der Liste, mit keinem Anschluss an das Sperrregister, keinem Schweizer Rechtsweg und der Domain-Sperre als einziger Schweizer Wirkung, die sich belegen lässt.

Wer trotzdem ein Konto bei einer der acht Marken in Betracht zieht, sollte zuerst seine eigene Lage prüfen und erst dann die Bedingungen. Für Personen, die schon einmal eine Spielsperre hatten oder gegen das Register verstossen könnten, ist die Entscheidung ohnehin gefallen: Auf der anderen Seite fehlt die Stelle, die die Sperre durchsetzt.

Sportaza: ohne Bewilligung gelistet, ohne Schweizer Schutz

Sportaza beschliesst die Reihe der acht Marken ohne Schweizer Bewilligung. Kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit, dass die Domain auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und damit für Schweizer Anschlüsse unerreichbar wird.

Damit ist die Rangfolge dieses Vergleichs auch inhaltlich klar. Sie ordnet nicht zwei gleichwertige Gruppen gegeneinander, sondern zwei unterschiedliche Rechtslagen, und innerhalb der bewilligten Gruppe bleibt die Wahl zwischen zwei Veranstaltern, die sich nicht über die Qualität, sondern über den Wohnort entscheiden. Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein zu Hause ist, geht zu Sporttip. Wer in einem der sechs Westschweizer Kantone zu Hause ist, geht zur Loterie Romande. Alles andere ist eine Entscheidung gegen das Schweizer System, nicht innerhalb davon.

Biathlon-Quoten, Prognosen und was ein Wert wirklich ist

Jetzt zum Kern: eine Quote lesen. Ein Biathlon-Rennen hat ein Feld von dreissig bis hundert Startenden, und ein Buchmacher stellt darauf einen Satz von Preisen ein, der in der Summe mehr verlangt, als ein fairer Markt verlangen würde. Diese Differenz ist der Verdienst des Veranstalters, und sie steckt in jeder einzelnen Quote, unabhängig davon, ob die Auswahl gut oder schlecht ist.

Was in einer Quote drinsteckt

Ein Satz von 1.90 und 1.90 auf zwei Ausgänge ist die einfachste Form, in der die Rechnung sichtbar wird. Kehrt man beide Quoten in Wahrscheinlichkeiten um und addiert sie, kommt man über 100 % heraus. Die Differenz ist die Marge des Veranstalters. In einem Zweimarkt an dieser Stelle liegt sie in einem Bereich von 4 % bis 6 % (2 × 1/1.90 = 105,3 %). Mit anderen Worten: Der Veranstalter zahlt über alle Einsätze eines solchen Marktes hinweg rund 95 % des Einsatzes zurück und behält die Marge dieses Marktes als seinen Anteil. Das ist keine Ausnahme, sondern der Normalfall, und in einem Markt mit mehreren Ausgängen liegt die Marge häufig höher, weil mit jedem zusätzlichen Ausgang ein weiterer Posten in die Quotenrechnung einfliesst. Wer einen Preis beurteilen will, muss deshalb erst den Markt beurteilen, nicht den Preis allein: 1.90 sieht grosszügig aus, bis man danebenstellt, dass zwei solche Quoten zusammen schon 105,3 % ergeben.

Ein Beispiel, kein abgegebenes Zitat. Diese Rechnung dient der Anschauung, sie ist keine Preisangabe von Sporttip, Jouez Sport oder einer anderen Seite. Bei den bewilligten Anbietern ändert sich das Bild zusätzlich dadurch, dass der Preis kein freier Aushandelsposten ist: Wer eine Quote für gut oder schlecht hält, kann sie nicht umgehen. Er kann nur eine Wette setzen, keine Wette setzen oder auf einen anderen Markt ausweichen — und bei einem engen Angebot bleibt davon wenig.

Prognose ist Wahrscheinlichkeitsarbeit, nicht Wissen

Eine Prognose zu einem Biathlon-Rennen entsteht aus drei Dingen: der Laufleistung der letzten Wochen, der Schiessleistung insbesondere im Stehendschiessen und der Strafrundenlogik der jeweiligen Disziplin. Dazu kommen Strecke, Schneebedingungen, Höhenlage und die Frage, ob jemand in einer Verfolgung von vorn starten muss oder von hinten angreifen kann. Wer diese vier Grössen zusammenzählt, erhält eine Einschätzung — und keine Sicherheit. Keine Prognose kann sagen, wer gewinnt. Ein Stehendschiessen von zehn Schüssen mit 11,5 Zentimeter grossen Scheiben bleibt eine Handlung unter Zeitdruck, und ein einziger Fehlschuss entscheidet in einem Sprint über mehrere Plätze.

Von einem Wert spricht man, wenn die Einschätzung eines Betrachters über der Wahrscheinlichkeit liegt, die in der Quote steckt. Der Unterschied zwischen «ich glaube, A wird Dritter» und «ich glaube, A wird häufiger als in 30 % der Fälle Dritter, die Quote aber verlangt 30 %» ist der ganze Beruf. Und weil in der Quote bereits eine Marge von rund 5 % steckt — der Rechenweg steht im Abschnitt «Was in einer Quote drinsteckt» —, muss die eigene Einschätzung erst diese Marge überwinden, bevor sie überhaupt etwas wert ist. Wer bei jedem Rennen eine Meinung hat, hat keine.

Ein sicherer Tipp existiert nicht, und wer einen anbietet, verkauft etwas anderes als eine Prognose. Der Grund ist nicht Vorsicht, sondern die Sache selbst: Biathlon entscheidet sich am Schiessstand, und Trefferquoten schwanken zwischen Rennen und zwischen Personen. Wer «garantiert» liest, sollte das Wort als Teil der Werbung betrachten.

Das Duell-Ergebnis als eigene Klasse

Ein Nebenmarkt, den Biathlon-Leser gut kennen sollten, ist das Ergebnis zwischen zwei Ausgewählten, unabhängig davon, wer das Rennen gewinnt — also die Duellwette. Sie ist eine Wette auf einen relativen Vergleich und damit weniger stark von einem einzigen Schiessstand abhängig als die Siegwette. Ein Feld mit hundert Startenden ordnet sich im Ziel über die Zeit, und der Vergleich zweier Personen innerhalb dieses Feldes ist stabiler als die Frage, wer am Ende ganz oben steht. Für einen Leser, der die Form kennt und einen Sieg für offen hält, ist das der Markt, in dem seine Einschätzung überhaupt eine Chance hat, sich gegen die Marge zu behaupten.

Dazu kommt der Blick auf den Markt als Ganzes. In einem Feld mit vielen Ausgängen summiert sich der Anteil, den der Veranstalter behält, schneller als in einem Duellmarkt; wer denselben Betrag in einem grossen Siegmarkt riskiert, arbeitet gegen einen höheren Anteil als in einem Zweimarkt. Das ist ein Argument dafür, den breiten Siegmarkt unter einem bestimmten Budget lieber gar nicht zu bespielen — und ein Argument gegen die Annahme, exotischere Märkte seien automatisch die interessanteren.

Was eine Wette am Ende zurückbringt

Wer mit CHF 10 auf Quote 1.90 setzt, bekommt CHF 19 zurück, wenn die Wette aufgeht, also CHF 9 Gewinn. Das ist die ganz einfache Rechnung. Bei einer Kombination aus zwei Ausgängen multiplizieren sich die Quoten zu einem Preis, und der mögliche Gewinn wächst entsprechend. Es gibt dabei keine Sicherheitsreserve: Die Rückzahlung steht fest, sobald die Wette angenommen ist, und bei Sporttip wird eine Wette über der Limite gar nicht erst angenommen. Wer eine Limite von CHF 1’000 als Einzelwette hat, hat damit auch eine Obergrenze für den möglichen Gewinn aus einem Einzel.

Wie eine Sportwette in der Schweiz besteuert wird

Die Steuerfrage beantwortet sich bei einer Schweizer Sportwette meist von selbst, weil der Gewinn so selten über die Schwelle kommt. Bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn sind Gewinne aus bewilligten Grossspielen einkommenssteuerfrei; darüber wird die Steuer fällig. Der massgebende Betrag des Bundes liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, 2025 waren es CHF 1’070’400. Für die kantonale Schwelle gibt es keine schweizweit gültige Zahl — hier gilt «je nach Kanton». Ab Erreichen der bundesrechtlichen Schwelle zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann.

Für den typischen Wettenden heisst das: kein Steuerabzug beim Auszahlen, keine Erklärungspflicht für einen Gewinn in dieser Grössenordnung. Wer über Kantonsgrenzen hinweg schaut, findet unterschiedliche Praxis. Bei Gewinnen bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an; die kantonale Steuerpraxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Wer dort wohnt, sollte die kantonalen Regeln prüfen. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht, und wer eine nennt, erfindet sie.

Das ist allgemeine Information, keine Steuerberatung. Wer eine grössere Summe gewinnt oder in einem anderen Kanton wohnt, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Häufig gestellte Fragen

Darf man in der Schweiz überhaupt auf Biathlon setzen, und bei wem?

Ja, aber nur über die zwei Veranstalter mit Bewilligung: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Erlaubt ist dabei nur, was auf der behördlichen Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten steht, und ein Online-Konto setzt Wohnsitz im jeweiligen Geschäftsgebiet voraus.

Was für Wettarten gibt es bei einem Rennen mit vielen Startenden?

Bei einem Feld dieser Grösse stehen der Sieg einer Person, die Platzierung, das Ergebnis zwischen zwei gewählten Ausgewählten und Kombinationen dieser Ausgänge im Vordergrund. Die Marge des Veranstalters wiegt in einem Markt mit vielen Ausgängen schwerer als in einem Markt mit zwei, weshalb der Vergleich zweier Personen innerhalb des Feldes für einen Betrachter häufig der klarere Markt ist.

Wie entsteht eine Prognose, und weshalb gibt es keinen sicheren Tipp?

Eine Prognose entsteht aus Laufleistung, Schiessleistung besonders im Stehendschiessen, Strafrundenlogik der Disziplin sowie Strecke und Bedingungen. Sie bleibt eine Wahrscheinlichkeitseinschätzung. Kein Tipp ist sicher, weil ein Rennen am Schiessstand entschieden wird und ein einzelner Fehlschuss Plätze verschiebt.

Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette stehen?

Verlustlimiten setzen die Wettenden selbst vor der ersten Teilnahme, für 1, 7 und 30 Tage. Swisslos erlaubt höchstens CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Ohne diese Werte läuft kein Konto.

Sind Wettgewinne steuerfrei, und was heisst «je nach Kanton»?

Bei bewilligten Schweizer Grossspielen ist ein Gewinn bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei, darüber fällt die Steuer an. Die Bundesgrenze liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000. Ab dieser Grenze werden 35 % Verrechnungssteuer einbehalten, rückforderbar über die Steuererklärung. Die kantonale Schwelle unterscheidet sich — je nach Kanton.

Inhalt erstellt vom Team «anbietervergleichch.com»