Tenniswetten in der Schweiz: zwei Bewilligungen, ein langes Kleingedrucktes
Stand: 29. Oktober 2026 — Bewilligungen und Registern abgeglichen mit der Gespa-Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026) und dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51).

Tennis sieht aus wie der einfachste Sport zum Wetten. Zwei Spieler, kein Unentschieden, ein Punkt ist ein Punkt. Genau deshalb ist es der Sport, in dem der Preis am wenigsten versteckt ist und am meisten über das Ergebnis entscheidet. Wer heute in der Schweiz online auf Tennis setzen will, hat dafür zwei Adressen zur Auswahl und sonst keine — und beide gehören nicht einem Konzern, der um Kunden kämpft, sondern zwei interkantonalen Veranstaltern, die kein Geld damit verdienen müssen, dich zu überreden. Das klingt langweilig. Es ist die beste Nachricht auf dieser Seite.
Was auf dem Spiel steht: Matchsieger, Sätze, Handicaps und Kombinationen
Ein Tennismatch zerfällt für den Wettenden in mehrere Entscheidungen, und jede hat ihren eigenen Preis.

Die grobe Ebene ist der Matchsieger — eine Zweiweg-Wette ohne Unentschieden. Dass es keinen Ausgleich gibt, ist der Grund, warum Tennisquoten enger stehen als Fussballquoten: Bei 1X2 muss der Veranstalter drei Wahrscheinlichkeiten auf 100 Prozent verteilen, bei einer Zweiweg-Wette nur zwei. Jeder zusätzliche Ausgang ist ein zusätzlicher Schluck aus der Auszahlungsquote.
Darunter liegt die Satzwette: Wer gewinnt den ersten Satz, wer den zweiten, wie endet ein Satz. Und weil im Tennis meist gewinnt, wer zwei Gewinnsätze erreicht, hängen Satz- und Matchwette enger zusammen, als es die getrennten Quoten vermuten lassen — im Herrentennis wird bei Grand-Slam-Turnieren auf drei Gewinnsätze gespielt, und wer den ersten Satz abgibt, hat zwei Drittel der Strecke noch vor sich.
Dann das Handicap, die Spiel- oder Satzvorgabe. Es gibt dem Aussenseiter einen Vorsprung, dem Favoriten einen Rückstand, und es verwandelt eine klare Angelegenheit in eine knappe. Wer das versteht, versteht auch, warum Handicap-Quoten selten ohne Bezug zum Preis des Matchsiegers stehen: Die Vorgabe ist eine Umrechnung, keine zweite Meinung.
Für Kombinationen kennt Sporttip die klassische Kombiwette und die Systemwette, dazu den Kombiboost, der nur online gilt und mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 verlangt; der Bonus auf den Nettogewinn steigt von 5 Prozent bei vier auf 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Diese Staffel sieht nach einer grosszügigen Einladung aus, und sie ist eine: Die Frage ist nur, wie viele Voraussagen in einer Einzelwette nötig wären, um an dasselbe Endergebnis zu kommen.
Was ein Spiel, ein Satz und ein Match-Tie-Break bedeuten
Die Regeln des Sports entscheiden mit, worüber abgerechnet wird, deshalb lohnt die kurze Reihenfolge. Die Punkte eines Spiels lauten 15, 30 und 40; ein Spiel gewinnt, wer den vierten Punkt mit mindestens zwei Ballwechseln Vorsprung erreicht, bei 40:40 heisst es «Einstand». Ein Satz ist gewonnen, wenn ein Spieler 6 Spiele mit mindestens zwei Spielen Vorsprung erreicht, etwa 6:4 oder 7:5; bei 6:6 wird meist ein Tie-Break gespielt, der den Satz entscheidet.

Ein Match-Tie-Break ersetzt im Tennis häufig den dritten Satz und wird bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt, alternativ bis 7 Punkte.
Wer jetzt auf einen Spieler setzt, deckt mit dieser einen Entscheidung entweder einen Satz ab oder das ganze Match — und das ist der Unterschied, an dem ein Wettschein am Ende hängt. Das Match-Tie-Break ist dabei kein nettes Detail für Puristen. Es ist die Regel mit der grössten Wirkung auf eine Satz- oder Matchwette, weil ein Gleichstand in ein Format kippt, das der Underdog fast so oft gewinnt wie der Favorit. Ein Spieler, der die ersten beiden Sätze verloren und die Statistik gegen sich hat, kommt über zehn Punkte zurück ins Match — und wer normal auf Sieg gesetzt hat, verliert auf einer Strecke, auf der er über zwei Sätze hinweg überlegen war.
Auf dem Platz selbst gelten Masse, die man sich für Belag-Urteile merken kann: 23,77 Meter Länge, im Einzel 8,23 Meter, im Doppel 10,97 Meter Breite, das Netz in der Mitte 0,914 Meter und an den Seiten 1,07 Meter hoch. Der Belag entscheidet mit; gespielt wird auf rotem Sand, Hartplatz, Teppichboden, Kunststoffgranulat, Rasen und Kunstrasen. Eine Woche Rasen oder eine Woche Sand verändern, wie ein Aufschlag springt und wie lang ein Ballwechsel dauert — und damit, wie tragfähig eine Formkurve ist.
Wo gespielt wird: der Tenniskalender und was davon in der Schweiz auf dem Zettel steht
Das Tennisjahr hat vier Termine, die die Aufmerksamkeit bündeln: die Australian Open, die French Open, Wimbledon und die US Open. Sie werden vom Weltverband ITF veranstaltet und gehören nicht zur ATP Tour — ein Umstand mit Folgen für die Quoten der übrigen Wochen, weil das Feld dort ein anderes ist.
Sporttip führt sein Wettprogramm nicht als Weltkatalog, sondern innerhalb der Gespa-Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Version 10.09.2026. Qualifikationsrunden stehen dort nur, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gesetzt werden. Corner- und Kartenmärkte finden sich in der Liste nicht, ebenso wenig ein Esport-Abschnitt. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Das ist der Punkt, an dem die Schweizer Lösung am meisten von dem abweicht, was ein internationaler Buchmacher unter «Tennis» versteht. Wer ein Challenger-Turnier der zweiten Reihe sucht, eine ITF-Veranstaltung oder eine Frauenqualifikation, stösst nicht auf eine Lücke im Angebot, sondern auf eine geschlossene Liste. Und diese Liste wird nicht vom Anbieter gepflegt, sondern von der Aufsicht.
Ein korrigierendes Detail mit Gewicht: Die Wettarten für Tennis liegen in der Verantwortung des Veranstalters nur innerhalb dieses Rahmens. Welche Turniere im Programm stehen, ist keine Marketingentscheidung.
Beim Live-Angebot ist die Rechtslage schlanker als die Praxis: Livewetten sind erlaubt, vor dem Match und während des Spiels, wenn der Veranstalter dafür eine Entscheidung besitzt; das Geldspielgesetz kennt keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Bei Sporttip bleibt eine Livewette gültig, unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird — aber Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen, genannt sind Elfmeter, Rote Karte und der Videoschiedsrichter-Entscheid, kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Aus der Regel folgt etwas Praktisches: Bei Tennis ist der spielentscheidende Moment ein Matchball oder ein Einstand — die Livewette auf den nächsten Punkt ist damit die riskanteste Wette auf dem Zettel, weil die Zeit zwischen Klick und Annahme über den Ausgang entscheidet. Wer live setzen will, sollte eine Wette nicht auf den Bruchpunkt legen.
Die beiden Veranstalter teilen sich die Schweiz, nicht den Wettbewerb
Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport sind die beiden Organisationen, die interkantonales Recht für Sportwetten zulässt. Swisslos betreibt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Sporttips Trägerin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, die ihre Lotterien und Sportwetten auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) stützt.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Zwei Veranstalter, zwei Sprachregionen, kein gemeinsamer Markt. Wer in Zürich wohnt, kommt bei Jouez Sport nicht durch die Registrierung; wer in Genf wohnt, nicht bei Sporttip. Ein Vergleich der beiden Angebote ist für jede Leserin und jeden Leser deshalb nur ein halber Vergleich — und das ist kein Mangel der Prüfung, sondern die Struktur des Schweizer Geldspielrechts.
Die Rangliste: warum hier zwei bewilligte Veranstalter vor neun ausländischen Marken stehen
Zehn Namen in einer Tabelle legen nahe, zehn Angebote stünden zur Wahl. Für die Schweiz stimmt das nicht. In der folgenden Einordnung stehen die zwei Veranstalter, die hier tätig sein dürfen, und daneben acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung, die Schweizer Spielende antreffen — nicht als gleichwertige Alternativen, sondern damit sichtbar wird, was der Unterschied ist und was er kostet.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin oder berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel, unter Aufsicht der Gespa |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel) | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, unter Aufsicht der Gespa |
| Funbet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte (Art. 4 BGS) |
| Betify | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte (Art. 4 BGS) |
| 22Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte (Art. 4 BGS) |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte (Art. 4 BGS) |
| X3Bet | keine Schweizer Bewilligung | nach Angaben Dritter Tobique (Kanada) — ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Rabona | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte (Art. 4 BGS) |
| Playzilla | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte (Art. 4 BGS) |
| AmunRa | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung hätte (Art. 4 BGS) |
Zwei Zeilen tragen eine Bewilligung, acht tragen keine. Eine Bewilligung gilt nach Art. 4 BGS «nur in der Schweiz», und eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendwo sonst — entfaltet hier keine Wirkung. Das ist der ganze Grund, warum die Liste so kurz ist.
Für die acht ausländischen Marken folgt daraus ein Bündel von Konsequenzen, das in keiner Werbung steht: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, kein Beitrag an die kantonalen Fonds. Und seit dem Sperrlisten-Mechanismus nach Art. 86–93 BGS kann die Gespa ausländische Domains auflisten, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren — die erste Liste datiert vom 3. September 2019, am Ende von 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt; die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste.
Wer also bei einer dieser Marken ein Konto eröffnet, spielt nicht auf einem Schweizer Markt mit härteren Regeln. Sondern auf einem anderen Markt mit anderen Regeln. Der Nachteil ist nicht, dass etwas verboten wäre, was der Spielende bezahlt — Spielende werden nach der Haltung des Bundesamts für Justiz nicht bestraft. Der Nachteil ist, dass im Streitfall niemand zuständig ist.
Der organisierte Teil des Schweizer Geldspiels zahlt sich ausserdem in Summen aus, die man kennen sollte, wenn über die Verengung des Marktes diskutiert wird. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio. — nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Der Rückgang um 13 Millionen Franken in einem Jahr ist der interessanteste Wert in diesem Absatz, denn er erzählt von einem Geschäft, das in der Schweiz schrumpft, während die Zahl der ausländischen Marken auf der Sperrliste wächst.
Kriterien: Bewilligung zuerst, dann Preis, dann Limiten
Die Reihenfolge der Kriterien ist die eigentliche Aussage. Ein Angebot ohne Schweizer Bewilligung wird nicht dadurch besser, dass seine Quoten höher stehen.
Bewilligung und Rechtsweg. Nur Swisslos Sporttip und die Loterie Romande verfügen über eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS mit der Gespa als Aufsichtsbehörde. Aufsicht über Spielbanken führt hier die ESBK, nicht die Gespa — ein Unterschied, an dem viele Darstellungen scheitern.
Preis. Quoten und die Marge, die darin steckt. Dazu unten die Rechnung.
Limiten und Auszahlung. Mindesteinsatz CHF 1 bei Sporttip. Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette; Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten —, wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Eine Abrundung auf 5 Rappen kostet nie mehr als fünf Rappen und ist damit Bündner Detailtreue statt Geschäftsmodell; bei einem Systemwettenschein mit vielen Kombinationen summiert sie sich gleichwohl.
Spielerschutz. Selbst gesetzte Verlustlimiten vor der ersten Teilnahme, Pausierungs- und Sperrmöglichkeiten, ein Konto pro Person mit geprüfter Identität.
Zusätzliches. Alles, was ein Veranstalter über das Nötige hinaus anbietet: Quotenboosts, Kombiboost, Cash-out.
Die Marge: was die Quoten einer Zweiweg-Wette verschweigen
Tennis ist der Sport, an dem sich das am saubersten rechnen lässt. Nehmen wir einen illustrativen Zweiweg-Markt mit Quoten von 1.90 und 1.90 — ein Beispiel, kein quotierter Preis.
Der Anteil, den der Markt zurückzahlt, ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten. Bei 1.90 und 1.90 ergibt sich 1 durch (1/1.90 + 1/1.90), also rund 0,95. Die Auszahlungsquote liegt damit bei etwa 95 Prozent, und die Marge — 100 Prozent minus diese Quote — bei etwa 5 Prozent.
Fünf Prozent klingt nach nicht viel, und genau das ist die Falle. Es ist kein Aufschlag, der einmal anfällt, sondern ein Abschlag auf jeden ausgezahlten Franken, in jeder Wette, ein Leben lang. Setzt jemand wiederholt je CHF 100 auf solche Quoten, zahlt er im statistischen Mittel rund CHF 5 je Wette an den Markt — nicht als Gebühr auf dem Kontoauszug, sondern unsichtbar im Preis. Wer einen Monat lang jede Wette auf diesen Markt legt, überweist dem Veranstalter am Ende mehr als den Betrag, den er bei einem einzigen verlorenen Einsatz als «Verlust» bemerkt hätte.
Die Zahl ist ein Band, kein Punkt. Zwischen 4 und 6 Prozent ist alles plausibel, weil sie an drei Dingen hängt: daran, ob im Match beide Seiten gleich stark sind, denn eine Schieflage zwischen Favorit und Aussenseiter verbreitert die Marge; daran, in welcher Marktphase gesetzt wird, denn Livequoten stehen weiter als Vorabquoten; und daran, wie viele Ausgänge derselbe Markt hat, denn eine Zweiweg-Wette mit zwei ungefähr gleich wahrscheinlichen Seiten trägt die dünnste Marge im Programm. Bei 1.80 und 1.80 springt der Rückzahlungsanteil auf ungefähr 0,90 — die Marge also auf etwa 10 Prozent. Bei 2.00 und 2.10 sinkt der Anteil auf ungefähr 0,975, die Marge auf etwa 2,5 Prozent. Dieselbe Sportart, dasselbe Match, doppelt so teuer, allein wegen des Preises im Programm.
Wer vorab setzt, zahlt also weniger für dieselbe Sportart als wer live über den Matchball tippt. Das ist kein Argument gegen Livewetten — es ist der Preis dafür, dass man sich die Marge in dem Moment kauft, in dem sie am breitesten ist.
Was die Schweizer Lösung dem Wettenden tatsächlich bietet
Die beiden Veranstalter sind kein Buchmacher, der Tennisfans als Zielgruppe entdeckt hat. Swisslos ist eine Genossenschaft, die Lotterien und Sportwetten auf Basis einer interkantonalen Vereinbarung vom 20. Mai 2019 durchführt, mit Sitz in Basel und einem Produkt namens Sporttip. Die Loterie Romande ist eine Société für die Westschweiz mit 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitenden.
Wer bei Sporttip ein Konto eröffnet, wird vor dem ersten Einsatz auf Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage verpflichtet, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Vergleicht man das mit dem Marktbild, in dem ein «Konto» ein Formular und eine Kreditkarte ist, wird der Unterschied sofort greifbar: Die erste Handlung eines neuen Kontos ist hier keine Einzahlung, sondern eine Festlegung.
Tenniswetten sind ausserdem ein Punkt, an dem sich das Schweizer Modell selten so klar zeigt wie im Steuerrecht. Gewinne aus einem in der Schweiz erlaubten Grossspiel sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei und nur darüber steuerpflichtig; der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, für 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Die kantonalen Freibeträge weichen davon ab — die Höhe ist je nach Kanton zu prüfen. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Über einer Million Schweizer Franken liegen die wenigsten Tennisscheine, was der Kern der Sache ist: Bei typischen Gewinnen fällt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an. Für Gewinne ausländischer Anbieter wird zwar keine Verrechnungssteuer geschuldet, doch die kantonale Praxis im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Eine Steuerberaterin oder die kantonale Steuerverwaltung zu fragen, kostet weniger als die Annahme, es sei schon gut gegangen.
Zwei weitere Eigenheiten sind kommende statt laufende Posten. Der Quotenboost gilt bei Sporttip nur online, nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage und ist pro wettender Person einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert; wer ihn vorzeitig per Cash-out verkauft, verliert ihn. Und der Kombiboost-Turbo für fünfzehn Voraussagen ist kein Geschenk, sondern ein Anreiz, aus einer Prognose eine Wette mit fünfzehn abhängigen Bedingungen zu machen.
Spielerschutz ist keine Fussnote. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Zur Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Ein Testkauf-Ergebnis der Gespa aus 2025 sollte allerdings niemanden beruhigen, der die Aufsicht für lückenlos hält: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Registrierung und die Ausweispruefung im Online-Kanal sind strenger als der Tresen. Wer glaubt, die Kontrolle funktioniere überall gleich gut, irrt an genau diesem Punkt.
Wer in der Schweiz Tennis wetten darf — und was dabei geprüft wird
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e), beaufsichtigt von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern und dem Geldspielkonkordat in Kraft seit dem 1.1.2021. Spielbanken werden von der ESBK beaufsichtigt, nicht von der Gespa.
Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Dass es keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher gibt, hat keinen anderen Grund, als dass es keine gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Die Reingewinne gehen nach Art. 125 BGS an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen.
Ein Online-Konto verlangt Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis im Gebiet der Veranstalterin. Das ist die Regel, die den Markt in zwei Hälften schneidet.
Was gewettet werden darf, ist eng geregelt: nur Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Massgebend ist die Gespa-Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, Version 10.09.2026 (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Diese Liste ist der eigentliche Katalog des Schweizer Tennisangebots — und der Grund, warum es schmaler ist als bei einer ausländischen Marke, die einem internationalen Turnierkalender folgt.
Werbung, Gratisspielguthaben und die Codes, die diese Seite nicht druckt
Werbung darf nicht aufdringlich, nicht irreführend und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen ausgerichtet sein (Art. 74 BGS). Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Es gibt in der Schweiz keine tageszeitliche Werbebeschränkung.
Ein Gratisspiel oder Gratisspielguthaben braucht die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 hat die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Bonusbeträge und Bedingungen kommen aus den Bedingungen der Veranstalterin selbst, und ein Bonuscode — gleich welcher Anbieter ihn auslobt — gehört nicht in einen redaktionellen Vergleich. Auf dieser Seite steht deshalb kein Code und auch nicht die Feststellung, dass einer existiert, weil das nicht die Frage ist, die dem Leser hier weiterhilft: Die Frage ist, was ein Bonus unter der Bedingung, unter der er ausgezahlt wird, wert ist. Deshalb keine Codes — die Bedingungen sind die Währung, die zählt.
Ohne Schweizer Bewilligung: was ausländische Marken hier bedeuten
Bei den acht ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung setzen sich die Regeln des Schweizer Rechts nicht durch. Eine Bewilligung in einem anderen Land hat hier keine Wirkung. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS).
Aus der Bewilligung folgt mehr als ein Papier. Wer bei einem bewilligten Veranstalter spielt, spielt mit geprüfter Identität, einem Konto pro Person, selbst gesetzten Verlustlimiten vor der ersten Wette, einem schweizweiten Sperrregister und einem Ansprechpartner in der Schweiz. Wer bei einem der anderen acht spielt, spielt ohne all das — und ohne eigenen Verstoss, aber mit dem Risiko, dass Einsätze und Gewinne in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden können.
Der Hinweis gilt auch umgekehrt, und er ist wichtig: Mit Bewilligung ist nicht gleich besser, ohne Bewilligung nicht gleich billiger. Der Nachteil der ausländischen Marken ist der Preis des Rechtswegs. Der Nachteil der Schweizer Lösung ist die Grösse des Katalogs. Ein Tennisfan, der auf ein Challenger-Erstrundenmatch setzen will, findet es in der Schweiz nicht — und kann daraus schliessen, was er will. Auf einer Liste der beiden Veranstalter findet er es nicht.
Vorsorge: Limiten, die vor der ersten Wette stehen
Bevor die erste Wette läuft, steht bei Sporttip eine Pflicht, die man auf anderen Märkten vergeblich sucht: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Der 72-Stunden-Aufschub ist die eigentliche Konstruktion. Er wirkt, weil er eine Erhöhung nicht verbietet, sondern verzögert — und deshalb keinen Anreiz bietet, die eigene Limite in einer Nacht zu verdoppeln. Nach den eigenen Bedingungen der beiden Veranstalter gelten die 72 Stunden; gesetzlich sind es nach Art. 87 VGS 24 Stunden. Wer die Regel wörtlich nimmt, sollte die 72 Stunden kennen, die tatsächlich gelten, statt sich auf eine Zahl zu verlassen, die so nirgends angewandt wird.
Der Rahmen reicht weiter als eine Zahl. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Ein gesetzlich fixierter Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht. Eine Spielsperre nach Art. 80–82 BGS erfasst überschuldete oder suchtgefährdete Personen sowie die Selbstsperre, festgehalten in einem gemeinsamen Register gesperrter Personen. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Wo das Geld herkommt und wohin es geht, ist ebenfalls geregelt. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredite an Spielende sind untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen.
Die aufrichtige Zusammenfassung lautet: Wo die Regeln greifen, greifen sie wirklich. Die Testkäufe der Gespa 2025 haben an Verkaufsstellen eine Schutzlücke gezeigt, die man nicht wegdiskutieren kann — eine Sportwette an eine minderjährige Person in 47,5 Prozent von 200 Fällen. Es gibt also keinen Grund, die Schweizer Aufsicht als Beweis dafür zu nehmen, dass am Tresen alles funktioniert.
Livewetten und Cash-out: was während des Matches passiert
Beim Livewetten ändert sich der Preis mit jedem Ballwechsel — nicht weil der Veranstalter unentschlossen wäre, sondern weil ein Tennisstand in Echtzeit die Wahrscheinlichkeit verschiebt. Ein Break im ersten Satz verändert den Matchpreis stärker als alles, was vorher in einem Formbericht stand.
Die Regel, die jede Livewette trägt, ist eine Zeitregel: Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Im Tennis ist der spielentscheidende Moment der Matchball. Eine Wette, die auf den nächsten Punkt gesetzt wird, steht also nicht nur zur falschen Quote, sondern in einem Fenster, in dem ein Ereignis bereits eingetreten sein kann.
Ein Gegencheck, der beim Livewetten zählt: Der Anteil, den der Markt zurückzahlt, ist live kleiner als vorab. Wer im Match setzt, kauft dieselbe Sportart zu einem breiteren Preis. Das ist kein Verbot, sondern eine Rechnung — und die Rechnung sagt, dass Vorabwetten den günstigeren Preis haben, Livewetten den spanenderen.
Cash-out ist bei Sporttip kein Recht, sondern eine Funktion, und die Bedingungen sagen es deutlich. Cash-out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Dazu die Zahl, die typsicherweise fehlt: Der Cash-out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-out nicht für alle Wetten anbieten.
Daraus folgt die einzige Regel, die beim Tennis-Cash-out zählt: Es ist kein Werkzeug, um «Gewinne zu sichern», sondern ein Verkauf zu einem Preis, den die Gegenseite festlegt. Wer beim Stand von 6:2, 4:1 auscasht, verkauft eine Position, deren Verkaufspreis in dem Moment auf den Verkaufsrekord steht — und dabei gibt der Wettende gegen Gewissheit Rendite auf. Der eine oder andere wird das als Sicherheit verkaufen; es ist ein Abzug.
Wer Cash-out wirklich nutzen will, sollte es dann nutzen, wenn sich eine Position zu einem Preis verkaufen lässt, an den der Wettende selbst glaubt. Wenn Cash-out als Element in einem Wettschein fehlt, ist das kein technischer Mangel.
Prognosen: aus welchen Bausteinen eine Tenniswette entsteht
Eine Tennisprognose ist eine Reihenfolge von Urteilen, und keines davon ist eine Vorhersage. Sie beginnt bei der Form: die letzten Matches, die Ergebnisse, die Art der Siege — nicht der Ranglistenplatz. Sie geht weiter über den Belag (Sand, Hartplatz, Rasen und ihr jeweiliges Spieltempo), dann über die direkten Duelle der beiden Beteiligten, und am Ende muss sie ihre Einschätzung in eine Quote übersetzen, die sie nicht selbst festgelegt hat.
Der letzte Schritt entscheidet über alles. Wer eine 70-Prozent-Wahrscheinlichkeit für einen Spieler sieht und eine Quote von 1.50 vorfindet, hat eine Rechnung, die aufgeht. Wer 70 Prozent sieht und 1.30 erhält, hat recht und verliert trotzdem auf Dauer, weil der Preis unter der Wahrscheinlichkeit liegt.
«Wetten — kein Einkommen» ist deshalb nicht eine Warnung, sondern der Inhalt der Strategie. Wer einen Baustein dieser Kette überspringt, überspringt den Teil, der die Einschätzung trägt. Eine Prognose, die nicht sagen kann, warum die Quote zu hoch ist, ist keine Prognose, sondern eine Meinung.
Anschliessungsbeispiel: Der Match-Tie-Break ersetzt häufig den dritten Satz und wird bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt, alternativ bis 7. Wer eine Satzwette abschliesst, muss wissen, ob sein Match in diesem Format endet. Dass der dritte Satz in einem Match-Tie-Break stattfindet, ist für eine Satzwette auf den dritten Satz ein anderes Marktgefüge als für eine Satzwette auf Satz eins oder zwei. Und eine Satz- und Matchwette auf denselben Spieler ist dann nicht zwei Bestätigungen einer Meinung, sondern eine Meinung in zwei verkoppelten Positionen.
Was bleibt, ist die Unsicherheit. Zwei gleich starke Spieler bei Aufschlag halten: eine Quote von 1.90 auf beide bedeutet, dass etwa 52,6 Prozent der Fälle die eine Seite gewinnt — und der Markt zahlt so, als wäre die Wahrscheinlichkeit darunter. Die Marge liegt in dieser Differenz, nicht in einem Fehler der Prognose. Wer das akzeptiert, kann trotzdem falsch liegen. Aber er kann wenigstens sagen, um welches Geld.
Die zwei bewilligten Veranstalter
Swisslos Sporttip: die ganze Deutschschweiz plus Tessin und Liechtenstein
Swisslos führt Sporttip als Sportwettenprodukt der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Bewilligung ist eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa — Swisslos ist damit eine der zwei Organisationen, die interkantonales Recht für Sportwetten überhaupt zulässt.
Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Beim Wettangebot beeindruckt weniger die Zahl der Märkte als die Mechanik: Einzelwette, Kombiwette, Systemwette, Livewette und Langzeitwette, dazu der Quotenboost für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage und der Kombiboost mit seiner Vier-bis-fünfzehn-Staffel. Die Mindestanforderungen an die Einsätze sind klar: CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette — Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Begründung ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Gewinnbetrag folgt der Formel Einsatz mal Quote, wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombinieren; nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Einordnung: Beim Schweizer Grossanbieter ist der limenbasierte Einzelwettenschein das günstigste Werkzeug — CHF 1 Mindesteinsatz, und der Kombiboost verlangt Voraussagen ab Quote 1.50, was bei einer Fünfer-Staffel noch kein Vollzeit-Tennisscheinchen ist. Wer sich für Sporttip entscheidet, entscheidet sich für einen begrenzten Katalog und ein enges Preisgefüge, das keine Marketing-Quadratur belohnt.
Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Gegenstück
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport mit einer Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS, SR 935.51, unter Aufsicht der Gespa — die zweite der beiden Organisationen, die der Interkantonale Rechtsrahmen zulässt. Trägerin ist die Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande; als Kontaktadresse nennt sie die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.
Ihr Einzugsgebiet sind die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura — und nur die. Ein Online-Konto erhalten Menschen mit Wohnsitz in diesem Gebiet.
Einordnung: Der Vergleich zwischen Jouez Sport und Sporttip ist für einen einzelnen Wettenden längst nicht immer ein Vergleich. Die Produktlinie ist dieselbe: Sportwetten im gleichen Geldspielrahmen, unter denselben Regeln zur Identität und zum Spielerschutz. Die Besonderheit liegt in der Struktur, nicht im Produkt, und in einem Absatz zum Angebot hätte die Unterscheidung nur mit einem Vorteil gefüllt werden müssen, den die Zahlen nicht hergeben.
Funbet: ohne Schweizer Bewilligung, mit eigenem Markt
Funbet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; welche Bewilligung Funbet vorhält, ist nicht belegt, und eine allfällige ausländische Bewilligung entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Das bedeutet: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.
Einordnung: Für einen Wettenden, der ein Kontingent von Schweizer Recht sucht, ist Funbet damit keine Option, sondern eine Umgebung ohne Schweizer Rechtsschutz.
Betify: ohne Schweizer Bewilligung
Betify tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Eine Bewilligung, die hier Wirkung hätte, liegt nicht vor; nach Art. 4 BGS gilt eine Bewilligung nur in der Schweiz. Dieser Anbieter bietet keinen Rechtsweg und ist nicht ans Sperrregister angebunden; die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Einordnung: Der ganze Vorteil, den ein Schweizer Veranstalter in einem Streitfall bietet, fällt hier weg. Was bleibt, ist ein Markt ohne Schweizer Zuständigkeit.
22Bet: ohne Schweizer Bewilligung
22Bet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Eine Bewilligung, die in der Schweiz Wirkung entfaltet, ist nicht gegeben; eine allfällige ausländische Bewilligung bleibt nach Art. 4 BGS ohne Kraft. Weder ist der Anbieter ans Sperrregister angebunden, noch gibt es einen Schweizer Rechtsweg; eine Sperrung der Domain ist jederzeit möglich.
Einordnung: Wer hier spielt, spielt mit einem Konto, das ausserhalb jeder Schweizer Zuständigkeit liegt — und ohne Anspruch auf die Instrumente, die im Schweizer System für den Wettenden arbeiten.
Betscore: ohne Schweizer Bewilligung
Betscore tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Was an Bewilligungen vorliegt, hat in der Schweiz keine Wirkung. Da eine Schweizer Bewilligung fehlt, gibt es weder einen Rechtsweg noch eine Sperrregister-Anbindung; die Domain kann auf die Sperrliste gelangen.
Einordnung: Kein Schweizer Sperrregister heisst auch: Wer sich bei Swisslos sperren lässt, bleibt hier davon unberührt. Das ist der praktischste Unterschied im ganzen Vergleich, und er hat nichts mit Quoten zu tun.
X3Bet: ohne Schweizer Bewilligung, mit kanadischer Bewilligung nach Angaben Dritter
X3Bet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Als Bewilligung wird von dritter Seite Tobique (Kanada) genannt — eine Angabe, die in der Schweiz keine Wirkung entfaltet und deren Verhältnisse hier nicht geprüft werden können. Kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain blockierbar.
Einordnung: Eine in Kanada angesiedelte Bewilligung nach Angaben Dritter ist für einen Wettenden in Zürich eine Angabe ohne Adressat — kein Gericht, keine Aufsicht, keine Beschwerdestelle, an die man sich wenden kann.
Rabona: ohne Schweizer Bewilligung
Rabona tritt ohne Schweizer Bewilligung auf; eine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz liegt nicht vor.
Einordnung: Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist die Frage nicht, was er verspricht, sondern wer zuständig ist, wenn das Versprechen nicht gehalten wird — hier niemand in der Schweiz.
Playzilla: ohne Schweizer Bewilligung
Playzilla tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. Eine Bewilligung, die hier Wirkung hätte, ist nicht belegt; ausländische Bewilligungen entfalten nach Art. 4 BGS keine Wirkung in der Schweiz. Ohne Schweizer Rechtsweg und Anbindung ans Sperrregister bleibt die Domain auf der Sperrliste der Gespa.
Einordnung: Der Schweizer Rechtsrahmen kennt keine Zwischenstufe zwischen einer Bewilligung für ein Grossspiel und einem Angebot ohne Schweizer Bewilligung. Playzilla steht auf der zweiten Seite dieser Trennlinie.
AmunRa: ohne Schweizer Bewilligung
AmunRa tritt ohne Schweizer Bewilligung auf; eine in der Schweiz wirkende Bewilligung besteht nicht.
Einordnung: Das Angebot ohne Schweizer Bewilligung mag in Umfang und Auswahl aufregender erscheinen als der kurze Sporttip-Katalog — aber die Aufregung ist kein Vorteil. Der Markt, an dem Gewinne im Streitfall einklagbar sind, ist zuerst der mit der Gespa-Aufsicht, nicht der mit dem grösseren Wettprogramm.
Häufige Fragen zu Tenniswetten in der Schweiz
Auf welche Tennisturniere darf in der Schweiz online gewettet werden?
Auf die Wettbewerbe, die in der Gespa-Liste stehen. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe nur, wenn sie darin aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet. Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Ein Esport-Abschnitt fehlt.
Wie funktionieren Livewetten im Tennis, und was bedeutet Cash-out?
Bei einer Livewette gilt der Preis im Moment der Annahme; bei Sporttip zählt eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert wird, mit Quote 1.00. Cash-out ist ein Verkauf der offenen Position zu einem Betrag, der tiefer liegt als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, vom Spielstand abhängt und jederzeit geändert werden kann.
Was bedeutet ein Match-Tie-Break anstelle des dritten Satzes für Wetten auf Satz und Match?
Ein Match-Tie-Break ersetzt häufig den dritten Satz und wird bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt, alternativ bis 7 Punkte. Eine Satzwette auf Satz drei wird damit in einem Format entschieden, das kürzer und unberechenbarer ist als ein voller Satz. Für die Matchwette zählt weiter, wer zwei Gewinnsätze erreicht.
Wie hängen Quote, Marge und implizierte Wahrscheinlichkeit bei Tennisquoten zusammen?
Der Kehrwert jeder Quote ist die implizierte Wahrscheinlichkeit. Bei einem illustrativen Zweiweg-Markt mit 1.90 und 1.90 summieren sich die Kehrwerte auf etwa 1,05 — mehr als 100 Prozent. Der überschüssige Teil ist die Marge: rund 5 Prozent. Die Auszahlungsquote des Marktes liegt entsprechend bei etwa 95 Prozent.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie lange dauert es, bis eine Erhöhung wirkt?
Bei Sporttip sind vor der ersten Teilnahme Limiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Wie lässt sich eine Tennisprognose mit Form, Belag und Statistik begründen, und warum bleibt sie unsicher?
Begründet wird sie über Form, Belag, direkte Duelle und Statistiken — und erst die Gegenüberstellung mit der Quote zeigt, ob die Einschätzung etwas wert ist. Unsicher bleibt sie, weil eine gute Einschätzung bei einem zu tiefen Preis trotzdem verliert. Wetten sind kein Einkommen, und keine Prognose kennt den Ausgang.
Tennis – anbietervergleichch.com
Inhalt erstellt vom Team «anbietervergleichch.com»
