Kostenlose Wettprognosen für 2026: zwei erlaubte Wege, viele Sackgassen
Ein Fussballplatz im Morgennebel. Der Rasen glänzt, in der Mitte liegt ein Ball, und irgendwo hinter diesem Bild sitzt jemand, der eine Wahrscheinlichkeit in eine Zahl übersetzt und diese Zahl öffentlich macht. Genau das ist eine Wettprognose: eine Schätzung, kein Versprechen. Und genau dort beginnt das Problem, mit dem sich jede Seite zu diesem Wort herumschlägt, ohne es auszusprechen — zwischen der frei verfügbaren Prognose und dem Wettschein, der daraus werden soll, steht in der Schweiz ein Gesetz mit zwei Namen darauf.

Datenstand: 29. Oktober 2026. Die Angaben zu Bewilligungen wurden gegen die Veröffentlichungen der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) und die Spielregeln der beiden konzessionierten Veranstalter geprüft.
Wer wissen will, was kostenlose Wettprognosen sind und ob sich das Lesen lohnt, bekommt an dieser Stelle eine unbequeme Antwort: Die Prognose ist meist der günstigste Teil des Ganzen. Teuer wird der Schritt danach. Eine Quote von 1.90 auf beiden Seiten eines Zwei-Weg-Markts klingt wie eine faire Sache, und sie ist es nicht — der Quotenschlüssel landet bei rund 95 Prozent, die Marge also bei etwa 5 Prozent. Anders gesagt: Von jedem Franken, der auf so einem Markt liegt, wandert ungefähr ein Anteil von fünf Rappen zum Veranstalter, bevor überhaupt ein Ball rollt. Kein Skandal, kein Geheimnis, aber die Zahl, die über allem steht, was auf dieser Seite folgt.
Und noch eine Zahl, die den Rahmen setzt: In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von zwei Veranstaltern angeboten werden — Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Nicht zwei Anbieter in einer Auswahl von vierzehn. Zwei, insgesamt. Wer auf eine kostenlose Prognose setzen will, hat hierzulande genau diese beiden legalen Zielorte zur Verfügung, und beide haben ein Einzugsgebiet, das nicht die ganze Schweiz umfasst. Alles andere ist ein anderer Weg mit anderen Regeln. Dieser Text geht beide Wege durch, mit offenen Karten, und sortiert am Ende, wer auf welchen gehört.
Warum die Rechtslage in der Schweiz jede Prognose zur Theorie macht
Eine Prognose darf jeder erstellen und jeder lesen. Das ist der entspannte Teil. Sobald Geld auf die Vorhersage gesetzt wird, greift das Geldspielgesetz, und das kennt in diesem Punkt keinen Spielraum.

Zwei Veranstalter, keine dritte Bewilligung
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e). Die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, seit 1. Januar 2021 in Kraft. Nicht bei der ESBK — die schaut auf Casinos und nur auf Casinos. Wer die beiden Ämter verwechselt, verwechselt zwei völlig verschiedene Bewilligungsregime.
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt damit keine Liste von weiteren bewilligten Buchmachern, die man durchsuchen könnte, weil es keine gibt. Was die Gespa veröffentlicht, ist die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains — eine Liste dessen, was nicht erlaubt ist, nicht eine dessen, was erlaubt wäre.

Die zwei Veranstalter im Einzelnen:
Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Fasst man das zusammen, ist es die Deutschschweiz plus Tessin plus Liechtenstein — ein geografisch zusammenhängendes Gebiet, das die Westschweiz vollständig ausspart.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Wer in Genf wohnt, findet Sporttip also nicht als Option vor, und wer in Zürich wohnt, findet Jouez Sport nicht. Die Kantonsgrenze entscheidet, welche Tür überhaupt offen steht, lange bevor irgendeine Prognose ins Spiel kommt.
Ein Online-Spielerkonto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und in der Praxis zusätzlich Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Zwei Menschen, beide mit Schweizer Pass, können vor derselben Frage stehen und zwei verschiedene Antworten bekommen — abhängig von der Postleitzahl. Das ist die unbequemste Eigenschaft dieses Marktes, und sie ist keine Panne, sondern die Konstruktion.
Was überhaupt gewettet werden darf
Die bewilligte Angebotspalette ist eine geschlossene Liste, kein Rahmen: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten sind zulässig, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet — nie auf Trainingsläufe. Die Liste zeigt keine Corner- und keine Kartenmärkte, und sie enthält keinen Esport-Abschnitt. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden, und daran andert keine Prognose etwas, so gut sie auch begründet sein mag.
Wettbar sind ausschliesslich Sportwetten — Ereignisse aus Politik, Wetter oder Fernsehshows sind es nicht. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt; das BGS schränkt Livewetten nicht auf bestimmte Märkte ein. Cash-Out dagegen ist gesetzlich nicht geregelt und damit reine Anbietersache.
Was eine ausländische Bewilligung hier wert ist
Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz — der Satz steht so im Gesetz, und er ist die kürzeste Antwort auf die Frage, ob ein Anbieter mit einer schönen Lizenznummer aus einem anderen Jurisdiktionsgebiet hier etwas darf.
Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten, ist eine Straftat: bis zu drei Jahre oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielenden selbst werden nicht bestraft. Das ist eine wichtige Unterscheidung und nicht dasselbe wie Schutz: In Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und es existiert weder Spielerschutz noch eine Kontrolle der Fairness. Wer bei einem ausländischen Veranstalter spielt, hat dort kein Swisslos-Pendant, an das er sich wenden könnte.
Die Gespa führt die Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS). Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Diese Liste lebt: Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping und führt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele; bet365 steht ebenfalls auf der Liste. Ein DNS-Block ist damit eine Verzögerung, keine Mauer. Jeder, der einen ausländischen Anbieter über eine Adresse in einem Prognoseportal erreicht, sollte wissen, dass die Blockiererei genau dieses Katz-und-Maus-Feld beschreibt.
Ehrlich formuliert sieht die Wahl so aus: Der ausländische Weg heisst keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg und — je nach Kanton — steuerbare Gewinne. Der bewilligte Weg heisst umfassender Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzanforderung und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist per Voreinstellung «die sichere Wahl». Sie sind zwei Pakete, und man kann nur eines öffnen.
Ein Kontrast, der sich nicht weglügen lässt
Über die Wirksamkeit von Zugangskontrollen an Verkaufsstellen sagt die Gespa selbst das Aufschlussreichste. Bei Testkäufen im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Nicht in einem Ausreisserfall — in fast der Hälfte der Versuche. Wer glaubt, ein Schalter mit Personal sei per se dichter als eine Webseite, hat diese Zahl noch nicht gesehen. Der Schalter ist nur so dicht wie die Person, die an ihm steht.
Was der Spielerschutz wirklich schützt — und was nicht
Dies ist der Abschnitt, den man auf Prognoseportalen am seltensten findet, und der beim Setzen am meisten entscheidet. Er beginnt mit einer unbequemen Feststellung: Eine gute Prognose senkt das Risiko nicht.
Verlustlimiten setzt der Spielende, nicht der Staat
Die Schweiz kennt keine gesetzlich feste Einzahlungs-Obergrenze. Was es gibt, ist eine Pflicht des Veranstalters, vom Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste zu verlangen (Art. 87 VGS). Die Limite ist also nicht vom Gesetzgeber gesetzt, sondern von der Person am Konto.
Bei Sporttip sieht das konkret so aus: Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Das Gesetz sieht für die Erhöhung 24 Stunden vor; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bestimmungen 72 Stunden an. Wer die Limite senkt, spürt das sofort — das ist der einzige Hebel mit sofortiger Wirkung, und er ist der einzige, den man wirklich in der Hand hat.
Die Spielsperre und das Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Register ist geteilt, nicht anbietereigen — eine Sperre, einmal eingetragen, folgt der Person über die Anbieter hinweg. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Ein Punkt, den die Werbung für ausländische Anbieter regelmässig verschweigt: An dieses Register ist nur angebunden, wer unter Schweizer Bewilligung arbeitet. Wer dort spielt, ist an keinem Schweizer Sperrregister beteiligt, und der Selbstschutz endet dort, wo die Registrierung des Veranstalters endet. Die Spielsperre ist eine der wenigen Stellen, an denen die Konstruktion des Schweizer Marktes einem Spielenden real nützt.
Warum eine Prognose kein Budget ersetzt
Eine Prognose ist eine Aussage über Wahrscheinlichkeiten. Sie sagt nichts darüber, ob dieser Monat ein guter Monat wird, und sie schützt nicht vor der einen Wette, die man zu gross macht, weil man überzeugt ist. Verlässlich schützen nur selbst gesetzte Verlustlimiten, ein festes Budget und die Möglichkeit einer Spielsperre — drei mechanische Dinge, keine Einsicht, keine Disziplin, keine bessere Tabelle.
Für die Praxis heisst das: Wer ein Monatsbudget für Wetten festlegt, tut gut daran, dieses Budget in der Limite des Kontos abzubilden, nicht nur im Kopf. Ein Budget, das nur im Kopf existiert, ist an dem Abend weg, an dem die Prognose besonders gut aussieht — und genau an diesem Abend ist sie nicht besser als an jedem anderen.
Wie eine Prognose überhaupt entsteht
Jetzt zum Handwerk. Wer versteht, wie eine Prognose gebaut ist, kann beurteilen, ob die, die er gerade liest, überhaupt eine ist.
Form, Heimvorteil, Statistik, Quote
Vier Bausteine, in dieser Reihenfolge der Belastbarkeit. Die Form beschreibt, was eine Mannschaft in den letzten Begegnungen geleistet hat — Tendenz, nicht Gesetz. Der Heimvorteil ist der am besten belegte Effekt im Fussball und der am schlechtesten übertragbare: Anfahrtswege, Publikum, Platzverhältnisse, und in einer Liga mit vielen Mannschaften schlicht die Tatsache, dass die Reise unangenehm ist. Die Statistik liefert Vergleichszahlen — Tore pro Spiel, Ballbesitz, Zweikampfquoten. Die Quote ist der Teil, der meistens falsch behandelt wird: Sie ist keine Vorhersage, sondern ein Preis, und der Preis enthält die Marge.
Bemerkenswert, wie oft die Reihenfolge in der Praxis auf dem Kopf steht. Ein Portal zeigt zuerst den Tipp, dann drei Zahlen, dann ein Ergebnis von gestern. Der Bauplan einer Prognose steht nirgends. Und wer eine Prognose nur nach dem Ergebnis beurteilt, hat sie nicht beurteilt, sondern gewürfelt. Über einen Abend sagt ein Treffer fast nichts. Über hundert Begegnungen sagt die Trefferquote etwas — aber nur, wenn derselbe Bauplan dahinterstand.
Der Wert sitzt im Abstand, nicht in der Vorhersage
Hier liegt der Kern des Ganzen, und der Satz ist kurz: Eine Prognose wird nicht dadurch wertvoll, dass sie richtig ist, sondern dadurch, dass der Abstand zwischen geschätzter Wahrscheinlichkeit und angebotener Quote gross genug ist. Ist die Wahrscheinlichkeit, die man selbst für richtig hält, höher als die Wahrscheinlichkeit, die in der Quote steckt, enthält der Preis einen Wert — und wenn nicht, enthält er keinen, egal wie plausibel die Vorhersage klingt.
Das ist die Umkehrung dessen, was die meiste Prognosesprache tut. Nicht «ich glaube, X gewinnt», sondern «ich glaube, X gewinnt häufiger als in dieser Zahl eingepreist». Die erste Aussage lässt sich nicht überprüfen. Die zweite lässt sich überprüfen, und sie kann falsch sein, ohne dass die Prognose schlecht war — was eine unbequeme, aber saubere Eigenschaft ist.
Zwei Konsequenzen, die man aussprechen sollte. Erstens: Wer nur nach Gefühl tippt und die Quote nicht ansieht, tippt nicht, sondern zahlt eine Marge für eine Meinung. Zweitens: Zwei Personen mit unterschiedlichen Methoden können auf dieselbe Begegnung kommen und beide recht haben, wenn ihre Quoten unterschiedlich sind. Die Zahl entscheidet, nicht die Überzeugung.
Prognosen für heute: das Problem mit der Zeit
«Wettprognosen heute» ist eine der häufigsten Suchanfragen und gleichzeitig die anspruchsvollste Kategorie. Denn je enger das Zeitfenster, desto weniger Information trägt es. Ein Testspiel am Mittwochabend ohne Aufstellungsinformationen, ein Pokalspiel mit Rotation, eine Partie mit drei Ausfällen, die erst eine Stunde vor Anpfiff bekannt werden — all das ist Material für eine Prognose, aber es ist dünnes Material, und die Quote ist entsprechend schnell.
Bei Livewetten kommt eine Eigenheit der Regeln hinzu, die man kennen sollte, bevor man eine Live-Prognose liest. Bei Sporttip gilt eine Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer in der 89. Minute auf ein Tor setzt und nicht schnell genug ist, bekommt den Einsatz zurück und nichts mehr. Bei einem Live-Tipp ist die Handgeschwindigkeit damit Teil der Wette, was keine Prognose auf dem Papier je erwähnt.
Bundesliga, EM, WM: was ein Turnier anders macht
Die Wettprognosen der Suchanfragen verteilen sich auf zwei völlig verschiedene Dinge: laufende Ligen und Turniere. Ligaprognosen leben von Wiederholung. 34 Spieltage, ähnliche Kader, eingespielte Muster, und die Formkurve ist über Wochen lesbar. Turnierprognosen leben vom Gegenteil: kurze Vorbereitung, unbekannte Aufstellungen, Nationalmannschaften, die in dieser Zusammensetzung drei Wochen alt sind.
Genau deshalb ist die Verlässlichkeit von Turnierprognosen eine andere Kategorie, nicht eine schlechtere Version derselben. Ein Turniermodell kann über ein einzelnes Spiel sehr wenig wissen, weil es über die Kombination von Spielern, die noch nie zusammengespielt haben, sehr wenig weiss. Das ist keine Kritik an den Portalen, sondern eine Eigenschaft des Materials.
Hier hilft eine Jahresangabe, die in vielen Übersichten fehlt: Die FIFA Weltmeisterschaft 2026 ist bereits gespielt worden, vom 11. Juni bis 19. Juli 2026. Eine Europameisterschaft findet 2026 nicht statt — die nächste ist für 2028 angesetzt. Wer «wettprognosen wm» liest und eine laufende WM erwartet, liest ins Leere. Für einen grossen Teil der Turnierprognosen-Literatur, die unter solchen Begriffen zirkuliert, ist der Anlass vorbei.
Die Marge, die in jeder Quote steckt
Und jetzt die Zahl, die zum Rechnen zwingt. Ein Zwei-Weg-Markt, illustrativ, nicht als reale Quote gemeint, mit 1.90 auf beiden Seiten: Der Quotenschlüssel liegt bei 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also bei rund 95 Prozent. Die Marge ist 100 Prozent minus 95 Prozent, also ungefähr 5 Prozent — und zwar nicht 5 Prozent des Einsatzes, sondern 5 Prozent des Umsatzes aller auf diesen Markt gesetzten Beträge. Der Unterschied zwischen «5 Prozent des Einsatzes» und «5 Prozent des Umsatzes» ist der Unterschied zwischen einer Gebühr und einer Preisgestaltung, und nur die zweite Formulierung beschreibt die Sache richtig.
Die Botschaft, die daraus folgt, ist keine besonders grosse, aber sie ist die ehrlichste auf dieser Seite: Eine kostenlose Prognose kann die Marge nicht aufheben. Sie kann nur entscheiden, ob man lange genug den Mund hält, um sie zu überstehen. Wer auf einem Markt mit etwa 5 Prozent Marge im Durchschnitt über viele Wetten im Geschäft bleiben will, braucht eine Prognosequalität, die über dieses Polster hinauskommt. Bei Zwei-Weg-Märkten mit zwei etwa gleich engen Preisen bündelt sich die Sache anders als bei einem Dreier-Markt mit einem deutlichen Favoriten; die Marge ist die eine Konstante, die jeden Markt betrifft, und sie ist die einzige, die der Spielende nicht verhandeln kann.
Wann eine Prognose wirklich nichts wert ist
Zwei Fälle verdienen es, ausgesprochen zu werden: Erstens: Prognosen für Ereignisse, auf die hierzulande gar nicht gewettet werden darf. Die Gespa-Liste kennt keine Corner- und Kartenmärkte, keinen Esport, und nur die ausdrücklich aufgeführten Frauenwettbewerbe und Qualifikationsrunden. Eine Prognose auf eine Ecke beschreibt einen Markt, den es im bewilligten Angebot nicht gibt.
Zweitens: Prognosen, die auf dem Ergebnis der letzten Woche aufbauen und diese Woche als Fortsetzung behandeln. Statistik ist am stärksten, wenn sie über lange Reihen spricht, und am schwächsten, wenn sie als Trend gelesen wird. Wer den Trend als Regel nimmt, kauft die Marge mit.
Prognosequellen im Vergleich: wonach man sie einordnet
Verglichen werden hier nicht Anbieter von Wettquoten, sondern Quellen von Prognosen. Das ist derselbe Unterschied wie zwischen einem Wetterbericht und einem Regenschirmverkäufer — der eine sagt, wie es kommt, der andere will an der Vorhersage verdienen.
Kriterien, die über Jahre halten
Vier Grossen tragen über einen langen Zeitraum: die Methode, die Nachvollziehbarkeit, die dokumentierte Trefferquote über viele hundert Ereignisse und die Konsistenz über Sportarten hinweg. Die Trefferquote der letzten zehn Tipps ist keine Trefferquote, sondern eine Anekdote. Eine Quelle, die ihre Historie nicht in Rohform offenlegt, sagt damit auch etwas. Und eine Quelle, die Fussball und Tennis gleich gut versteht, ist selten die, die Fussball wirklich versteht.
Der wichtigste Test bleibt der unbequemste. Eine brauchbare Quelle nennt ihre Schätzwahrscheinlichkeit, nicht nur den Tipp. Wer «Bayern gewinnt» schreibt, hat nichts gesagt, was man überprüfen kann. Wer «Bayern gewinnt mit einer Wahrscheinlichkeit, die über der in der Quote eingepreisten liegt» schreibt, hat einen Satz geschrieben, der sich prüfen lässt — und der auch dann falsch sein kann, wenn der Tipp stimmt.
Der Vergleich in Tabellenform
| Prognosequelle | Wer sie verantwortet | Bewilligung oder gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Sporttip | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa |
| Jouez Sport | Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa |
| HornetBet | HornetBet | keine Schweizer Bewilligung; gemeldete Lizenz nicht etabliert |
| myBet | myBet | keine Schweizer Bewilligung; gemeldete Lizenz nicht etabliert |
| Betovo | Betovo | keine Schweizer Bewilligung; gemeldete Lizenz nicht etabliert |
| BassBet | BassBet | keine Schweizer Bewilligung; gemeldete Lizenz nicht etabliert |
| GG.BET | GG.BET | keine Schweizer Bewilligung; gemeldete Lizenz nicht etabliert |
| FortuneJack | FortuneJack | keine Schweizer Bewilligung; gemeldete Lizenz nicht etabliert |
| BetLabel | BetLabel | keine Schweizer Bewilligung; gemeldete Lizenz nicht etabliert |
| Jackbit | Jackbit | keine Schweizer Bewilligung; gemeldete Lizenz nicht etabliert |
Was die Tabelle zeigt, ist weniger ein Vergleich als eine Zweiteilung. Oben stehen zwei Häuser, deren Bewilligung nach Schweizer Recht existiert und die von der Gespa beaufsichtigt werden. Unten stehen acht Namen, bei denen die Spalte «gemeldete Lizenz» aus dem Grund gleich aussieht, weil in keinem der acht Fälle eine Lizenz etabliert ist, die in der Schweiz Wirkung hätte (Art. 4 BGS). Eine ausländische Lizenz ist nicht verboten zu haben. Sie ist in der Schweiz nur nichts wert.
Das ist der Punkt, an dem die meisten Rankings dieser Art die Kurve kriegen: Sie stellen zwei völlig verschiedene Dinge in eine Tabelle und tun so, als liessen sie sich gegeneinander aufrechnen. Ein Haus mit einer Bewilligung, die nur in einem bestimmten Kantonsgebiet gilt, und ein Haus mit einer Lizenz, die in einem anderen Land gilt — das sind keine zwei Punkte auf einer Skala. Das sind zwei Skalen.
Was eine solche Gegenüberstellung trotzdem leisten kann, ist eine Liste der Fragen, die man an jede Quelle stellt, bevor man ihr folgt. Woher kommt die Zahl? Wer haftet dafür? Gibt es eine Aufsicht, bei der man sich beschweren könnte? Bei den ersten zwei Zeilen der Tabelle gibt es eine Antwort auf alle drei Fragen. Bei den acht darunter gibt es die erste Antwort vielleicht noch, die dritte nicht mehr.
Die zwei bewilligten Wege und die acht ohne Bewilligung
Diese Übersicht folgt derselben Ordnung wie die Tabelle: erst die zwei Schweizer Veranstalter, dann die acht ausländischen Namen. Alle zehn werden nach denselben Kriterien beurteilt, und die Herkunft eines Angebots ist kein Kriterium dafür, wie gut es beschrieben wird.
Swisslos Sporttip: das Haus mit den engsten Regeln und dem breitesten Schutz
Swisslos betreibt Sporttip gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019, mit Sitz in Basel, unter der Veranstalter- und der Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz und unter Aufsicht der Gespa. Der Zugang ist an das Vertragsgebiet gebunden: die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein. Eine Registrierung braucht mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine laufende Spielsperre, und sie ist pro Person einmalig. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist mehr Aufwand als ein Formular, und es ist der Punkt, an dem die Identitätsprüfung dieses Hauses endgültig ist — wer sie umgehen will, muss zu einem anderen Anbieter, und der andere Anbieter hat dann seinerseits keine Schweizer Bewilligung.
Beim Geld lohnt sich der Blick auf drei Zahlen. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Das Spielguthaben auf dem Wallet wird per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein gekauft, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Der Nettogewinn einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten —, wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die zwei Rundungsschritte sind klein, aber man sollte wissen, dass die Richtung stimmt.
Auszahlungen sind ebenfalls ein eigener Fall. Innerhalb von 365 Tagen zweimal kostenlos auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, Gewinne über CHF 1’000 bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen. Wer sich fragt, warum eine Auszahlungsgebühr bei einem staatlich getragenen Anbieter existiert — die Existenz der Hürde ist der Punkt, nicht ihre Höhe. Zwei kostenlose Auszahlungen pro Jahr reichen für einen Gelegenheitsspieler und nicht für jemanden, der wöchentlich Geld bewegt.
Zu den Funktionen: Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Wer Cash-Out als Instrument zur Risikosteuerung sieht, sollte den Preis dafür kennen: Man verkauft den möglichen Gewinn an das Haus, und das Haus kauft ihn nicht zum Wunschpreis. Der Kombiboost gilt nur online — Prematch, Live, Systemwetten — und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Ein «Boost» ist damit ein Mengenrabatt auf das Risiko: Mehr Voraussagen, mehr Prozente — und mit jeder zusätzlichen Voraussage wächst die Wahrscheinlichkeit, dass eine davon nicht aufgeht. Bei einer Kombiwette zählt die Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten. Für fünf Voraussagen mit je 1.90 liegt die Gesamtquote bei rund 24.8 — und die Wahrscheinlichkeit, alle fünf zu treffen, deutlich unter der Wahrscheinlichkeit, die einen beim Anblick dieser Zahl überkommt. Der Bonus zahlt auf den Nettogewinn und verändert daran nichts.
Der reguläre Ausgang einer Wette kennt zwei Sonderfälle. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Und die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer, beim Fussball etwa 90 Minuten, plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Diese Zeile entscheidet bei Pokalspielen und in K.o.-Runden mehr als jede Formkurve, und sie wird beim Lesen einer Prognose praktisch nie mitgedacht.
Die Bewilligung selbst — Swisslos ist einer von zwei Veranstaltern, die das interkantonale Recht zulässt — ist ein starkes Argument für dieses Haus und kein Argument für seine Prognosen. Was Sporttip in der Prognosequalität liefert, hängt an seiner eigenen Einschätzung, nicht an der Bewilligung. Ein Bewilligungsinhaber kann einen schlechten Markt zu einer fairen Marge anbieten. Das ist erlaubt und kommt vor. Die Bewilligung aus Art. 4 BGS gilt nur in der Schweiz — ein Satz, der die Grenze markiert, hinter der kein Schweizer Rechtsweg mehr beginnt.
Wo dieses Haus am Ende steht, entscheidet nicht der Komfort, sondern die Verfügbarkeit: Es ist die einzige Adresse für einen Deutschschweizer, der unter Schweizer Recht spielen will. Die Verlustlimiten von 1, 7 und 30 Tagen, die Prüfung des Ausweises gegen Adressdatenbanken und die 72 Stunden bis zur Limiten-Erhöhung sind Reibung — Reibung, die eine schlechte Nacht verhindern soll. Wer sie umgeht, umgeht das Angebot.
Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Rahmen, andere Obergrenzen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Sitz in Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden. Der Zugang ist auf die Wohnbevölkerung dieser sechs Kantone beschränkt, und damit ist dieses Haus für einen Deutschschweizer keine Option — und für einen Westschweizer die einzige unter Schweizer Recht.
Zwei Zahlen setzen hier einen anderen Rahmen als bei Sporttip. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Wer in der Westschweiz wohnt und eine Kombination über sechs Spiele mit sehr hohen Quoten plant, stösst hier auf eine Decke, die es so bei Sporttip nicht gibt. Wie sich der obere Gewinnrahmen auf einen konkreten Wettschein auswirkt, folgt derselben Rechenregel wie überall — Einsatz mal Quote, bei Kombinationen das Produkt der Einzelquoten — und bei einem Preis nahe 100’000 ist der Rahmen der Wette die Grenze, nicht die Quote.
Die Unterschiede zwischen den beiden Häusern liegen damit genau dort, wo man sie nicht sucht. Nicht in der Legitimation — beide sind bewilligt und beide unterstehen der Gespa. Sondern in den Nebenbedingungen: die Gewinnobergrenzen hier, die Einsatzlimiten und Auszahlungsmodalitäten dort, die Kantonsliste auf beiden Seiten. Zwei bewilligte Wege sind zwei verschiedene Angebote, und wer wählen darf, wählt nicht zwischen zwei Namen, sondern zwischen zwei Regelwerken.
Bemerkenswert ist die Personalzahl. 221 Mitarbeitende und 2’350 Verkaufsstellen für sechs Kantone — die Infrastruktur hinter dem Schalter ist erheblich, und ein Teil dieser Wetten läuft tatsächlich noch über Papier. Die App ist nicht alles in diesem Markt.
Die Bewilligung nach BGS ist hier dasselbe starke Argument wie bei Sporttip: eine von zwei Veranstalterbewilligungen, die das interkantonale Recht zulässt, unter Aufsicht der Gespa, mit den Schutzmechanismen, die an ein bewilligtes Konto gehören. Für einen Westschweizer ist die Frage damit nicht «welcher Anbieter», sondern «welche Regeln ergeben für mein Spiel Sinn». Ein Vielspieler mit Kombinationen sollte die Gewinnobergrenzen kennen, bevor er sie erreicht — nicht nachher, wenn der Wettschein schon gewonnen hat und weniger auszahlt, als die Quote versprochen hat.
HornetBet: ohne Schweizer Bewilligung
Bei HornetBet finden sich die Merkmale, die für die ganze Gruppe der acht gelten. Es liegt keine Schweizer Bewilligung vor, und damit darf das Haus Sportwetten in der Schweiz gar nicht anbieten. Die gemeldete Lizenz ist nicht etabliert, und eine solche Lizenz hätte hierzulande keine Wirkung (Art. 4 BGS). Keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden (Art. 86–93 BGS).
Was daraus für einen Spielenden folgt, ist nicht ein Verbot, sondern drei fehlende Dinge. Fehlend ist die Aufsicht: Es gibt keine Stelle in der Schweiz, bei der man sich über eine nicht ausgezahlte Wette beschweren könnte. Fehlend ist die Sperrregister-Anbindung: Wer sich bei Swisslos sperren lässt, ist bei HornetBet deswegen nicht gesperrt. Fehlend ist die Steuerklarheit: Gewinne von ausländischen Veranstaltern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Je nach Kanton kann ein Gewinn also etwas wert sein, was er auf dem Bildschirm nicht war.
Genau wegen dieser drei fehlenden Dinge hält sich die Beurteilung dieser Gruppe von selbst kurz. Was über ein Haus ohne vergleichbare Bewilligung zu sagen bleibt, ist im Rahmen dieser Übersicht nicht mehr viel: der Hinweis auf die Sperrliste, die fehlende Aufsicht, die Steuerfrage je nach Kanton. Ein Spielender, dem ein Schweizer Rechtsweg wichtig ist, hat hier nichts zu suchen. Ein Spielender, dem es nicht wichtig ist, hat hier für die Schweiz nichts, worauf er sich stützen könnte. Art. 74 Abs. 3 und Art. 131 BGS stellen Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel unter Strafe, mit einer Busse bis zu CHF 500’000 — der Grund, warum hier beschrieben und beurteilt und nicht empfohlen wird. Wer sich über Sperren informieren will, findete die massgebliche Stelle bei der Gespa.
myBet: ohne Schweizer Bewilligung
Bei myBet ist die Ausgangslage dieselbe. Keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Lizenz nicht etabliert und ohne Wirkung in der Schweiz, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme der Domains in die Sperrliste und DNS-Blockade.
Die Konsequenz für einen Spielenden unterscheidet sich von der bei HornetBet nicht. Das ist die entscheidende Beobachtung über diese ganze Gruppe: Die Unterschiede innerhalb der acht Namen sind für einen Schweizer Spielenden weitgehend irrelevant, weil die drei Dinge, die hier zählen, bei allen acht fehlen. Eine Übersicht, die acht ausländische Häuser nach ihren Quoten sortiert, sortiert in diesem Punkt nichts — die Sortierung, die zählt, findet zwei Häuser oben und acht darunter, und dann hört die Rangfolge auf.
Was man bei einem Namen wie myBet dennoch sagen kann, ist die Position im Markt: Es ist ein weiterer Kandidat in einem Segment, das in der Schweiz mit dem DNS-Block arbeitet statt mit Bewilligungen. Wer die Gespa-Sperrliste kennt, wird dort regelmässig Namen finden, die kurzfristig auftauchen und wechseln. Das ist der Mechanismus, nicht der Einzelfall. Der Blick auf die wechselnde Adresse ist die einzige Information, die an dieser Stelle tatsächlich etwas über das Haus aussagt.
Eine praktische Konsequenz, die sich lohnt, ausgesprochen zu werden: Wer bei einem solchen Anbieter ein Guthaben hält, hält es unversichert. Es gibt keinen Einlagenschutz und keinen Schweizer Rechtsweg. Und ein Guthaben, das nach einem Domain-Wechsel neu aufgebaut werden muss, ist bereits ein Verlust.
Betovo: ohne Schweizer Bewilligung
Betovo reiht sich in dieselbe Gruppe ein: keine Schweizer Bewilligung, keine etablierte Lizenz mit Wirkung hierzulande, keine Sperrregister-Anbindung, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche DNS-Blockade.
Es hilft an dieser Stelle, den Einfluss der Domain-Blockade richtig zu dimensionieren. Eine DNS-Sperre ist keine Abschaltung. Der Zugang lässt sich technisch umgehen, und die Gespa beschreibt selbst, dass blockierte Domains innerhalb von Stunden durch neue ersetzt werden. Der Block ist also kein Sicherheitsmechanismus, sondern eine Bremse. Für die Beurteilung eines Anbieters heisst das: Die Tatsache, dass er erreichbar ist, sagt nichts über seinen Status. Erreichbarkeit ist keine Bewilligung.
Wer bei Betovo oder bei einem vergleichbaren Namen bereits spielt, sollte sich die zwei Fragen stellen, die an einem Spieltag zählen: Was passiert mit meiner Wette bei einer Absage — steht das in den Bedingungen dieses Hauses, oder lese ich es bei einem Schweizer Veranstalter? Und an welche Stelle wende ich mich, wenn eine Auszahlung nicht kommt? Die zweite Frage hat hier keine Antwort, und das ist keine Übertreibung, sondern die Folge davon, dass das Haus in der Schweiz nicht auftreten darf. Das Ausland ist keine Adresse.
BassBet: ohne Schweizer Bewilligung
Für BassBet gilt unverändert: keine Schweizer Bewilligung, keine Auslandslizenz mit Wirkung in der Schweiz, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Sperrlisten-Aufnahme mit DNS-Block.
An dieser Stelle lässt sich die eine Unterscheidung nachliefern, die innerhalb der Gruppe greifen kann, ohne dass eine Bilanz gezogen wird. Ein Anbieter, der Konto, Zahlungen und Auszahlungen über eigene Systeme abwickelt, unterscheidet sich in der Zahlungsabwicklung von einem, der auf Zahlungsdienstleister setzt — nicht in der Bewilligungsfrage, aber in der Frage, welche Stelle bei einer fehlgeschlagenen Transaktion angesprochen werden kann. Bei einem Schweizer Veranstalter ist die Kette kurz und endet bei einer beaufsichtigten Stelle. Bei einem Haus ohne Schweizer Bewilligung endet sie im Ausland, und der Ausgang ist offen. Das ist der eigentliche Preisunterschied, den ein Wettschein bei einem ausländischen Namen mitbringt — nicht die Quote, sondern die Zahl der Stellen, an die man sich wenden kann.
Auch bei diesem Haus bleibt es damit bei derselben Beurteilung. Es gibt keine Schweizer Bewilligung, was für eine Schweizer Sportwette die entscheidende Lücke ist. Alles andere, was über eine Quotengüte oder eine Bonusstaffel zu lesen wäre, ändert an dieser Lücke nichts, weil die Lücke die Rechtsgrundlage betrifft und nicht die Konditionen.
GG.BET: ohne Schweizer Bewilligung
GG.BET trägt dieselben Merkmale: keine Schweizer Bewilligung, keine etablierte Lizenz mit hiesiger Wirkung, keine Sperrregister-Anbindung, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die DNS-Sperrliste.
Eine Überlegung, die gerade bei einem bekannten Namen greift: Eine Marke mit Sichtbarkeit erzeugt leicht den Eindruck einer etablierten Aufsicht. Das ist eine Fehlspur. Aufsicht ist keine Frage der Bekanntheit, sondern der Zuständigkeit. Zuständig für Schweizer Sportwetten ist die Gespa, und zuständig ist sie für die zwei Veranstalter, die das interkantonale Recht zulässt. Eine Marke, die auf Sportprognoseportalen neben einem Schweizer Namen erscheint, wird davon nicht beaufsichtigt.
Was folgt, ist derselbe Schluss, der für alle acht Namen gilt, und es lohnt, ihn an einem bekannten Namen einmal klar zu formulieren: Ein grosses Werbebudget und ein klarer Markenauftritt sind keine Bewilligung. Sie sind ein Marketing, und Marketing ist gratis. Die drei Dinge, die zählen — Aufsicht, Sperrregister, Rechtsweg — sind bei diesem Haus nicht vorhanden, und alle drei sind unabhängig davon, wie professionell die Seite aussieht.
FortuneJack: ohne Schweizer Bewilligung
FortuneJack gehört in dieselbe Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, keine etablierte Lizenz mit Wirkung für die Schweiz, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche DNS-Blockade der Domains.
Hier lässt sich eine Selbstprüfung anbieten, die man vor jedem Konto bei einem nicht bewilligten Anbieter durchführen kann. Lässt sich der Anbieter auf der Gespa-Sperrliste finden? Ist im Impressum eine Aufsichtsbehörde genannt, die für die Schweiz zuständig ist? Gibt es einen Hinweis darauf, dass der Anbieter an das Schweizer Sperrregister angebunden ist? Drei Fragen, drei kurze Antworten, und wenn eine der drei Antworten nein lautet, ist die Wahl eine andere — unabhängig davon, wie attraktiv die Konditionen aussehen. Die Antwort auf die erste Frage steht auf der Sperrliste, und die Liste ändert sich schnell. Wer sie nachschlägt, sollte das nicht einmal tun und dann für erledigt halten.
Für dieses Haus bleibt es damit bei der nüchternen Einordnung. Ein Konto bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist in der Schweiz kein verbotenes Konto, aber es ist ein Konto ohne Schweizer Netz darunter. Wer dort spielt, sollte wissen, dass er ohne Netz spielt, und die Entscheidung dann bewusst treffen. Das ist sie dann auch — eine bewusste Entscheidung statt einer verpassten Information.
BetLabel: ohne Schweizer Bewilligung
BetLabel trägt dasselbe Profil: keine Schweizer Bewilligung, keine Lizenz mit Wirkung in der Schweiz, keine Sperrregister-Anbindung, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche DNS-Sperre.
An dieser Stelle sei die eine Sache deutlich gesagt, die manchen Werbebotschaften widerspricht: Der ausländische Weg ist kein gleichwertiger zweiter Weg mit anderen Formalitäten. Er ist ein Weg ohne die Schutzvorrichtungen, die der Schweizer Weg vorschreibt — keine Limitenpflicht nach Art. 87 VGS gegenüber einer Schweizer Aufsicht, keine Anbindung an das gemeinsame Sperrregister, keine Stelle für eine Einzahlung auf ein Konto im eigenen Namen. Wer diesen Weg nimmt, sollte ihn bewusst nehmen, und wer ihn bewusst nimmt, hat wenigstens die Kosten verstanden. Über die Konditionen dieses Hauses bei Prognosen sagt das nichts aus, und es soll nichts darüber sagen. Was es sagt, ist, dass die Bewilligungsfrage vor allen Konditionen kommt.
Für einen Spielenden mit Schweizer Wohnsitz bleibt deshalb auch hier die Antwort: Die bewilligten zwei Wege decken das Angebot unter Schweizer Recht ab, und alles darüber hinaus ist eine Entscheidung gegen diesen Rahmen und nicht eine Ergänzung dazu.
Jackbit: ohne Schweizer Bewilligung
Bei Jackbit schliesslich dieselbe Ausgangslage: keine Schweizer Bewilligung, keine etablierte Lizenz mit hiesiger Wirkung, keine Sperrregister-Anbindung, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Aufnahme in die Sperrliste.
Damit schliesst sich die Gruppe der acht, und es lässt sich eines festhalten, das über den Einzelfall hinausgeht. Acht Namen, dieselbe Ausgangslage, dieselben drei fehlenden Dinge. Eine Rangfolge innerhalb dieser acht aufzustellen, wäre eine Beschäftigung mit Unterschieden, die für einen Schweizer Spielenden nicht ins Gewicht fallen. Die Unterschiede, die tatsächlich ins Gewicht fallen, liegen nicht innerhalb der Gruppe der acht, sondern zwischen dieser Gruppe und den zwei Häusern darüber, und dort ist die Lücke eine Bewilligung.
Wer bei einem dieser acht Anbieter spielt, spielt unter Regeln, die nicht die Schweizer Regeln sind. Das Forum, die Sprache, die Aufsicht — alles drei ändert sich mit dem Klick. Und wer wissen will, ob ein Name auf der Sperrliste steht, findet diese Information bei der Gespa, die die Liste führt und fortschreibt.
Wer auf welchen Weg gehört
Eine Reihe Betonung, weil diese Seite sonst als eine Ausrede für oder gegen etwas gelesen werden kann. Die Gegenüberstellung hier bewertet nicht die Qualität der Wetten. Sie bewertet, welche Antwort man auf die drei Fragen erhält, die ein Streitfall aufwirft: Wer kontrolliert den Anbieter, welche Stelle ist zuständig, und wo kann ich etwas geltend machen.
Für einen Deutschschweizer, der unter Schweizer Recht spielen will, lautet die Antwort Sporttip — das ist nicht die rhetorische Antwort, sondern die einzige nach dem Vertragsgebiet. Für einen Westschweizer lautet sie Jouez Sport. Für jemanden, der seinen Wohnsitz in der Schweiz hat, aber für den Markt eines anderen Landes einsteht, ist die Antwort komplizierter, und genau dann lohnt sich der Abschnitt zur Steuerfrage. Und für jemanden, der eine ausländische Bewilligung für ein Schutzversprechen in der Schweiz hält, lautet die Antwort, dass diese Vorstellung nicht trägt.
Zwischen Jouez Sport und Sporttip entscheidet die Auswahl. Kombinationen mit hohen Quoten stossen bei Jouez Sport gegen die Gewinnobergrenzen von CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 pro Multiple, und die Quote einer Einzelwette oder Kombi muss dort mindestens 1.10 betragen. Wer mit kleinen Einzelwetten arbeitet, merkt von diesen Grenzen nichts und merkt von der 3-Prozent-Kommission auf die dritte Auszahlung bei Sporttip im Jahr dafür umso mehr. Die Wahl zwischen den beiden ist damit eine Wahl zwischen Obergrenzen und Auszahlungsmodalitäten — nicht zwischen gut und schlecht, sondern zwischen zwei Registern, und welches besser passt, hängt am Wettticket und nicht am Geschmack.
Steuern, Auszahlungen und die drei Zahlen, die man kennen sollte
Die Steuerfrage ist der Punkt, an dem die beiden Gruppen endgültig auseinanderlaufen, und sie ist schlicht darzustellen.
Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Die kantonale Schwelle weicht davon ab, deshalb gilt hier «je nach Kanton» und nicht eine einzelne Zahl. Oberhalb des Freibetrags zieht der Veranstalter eine Verrechnungssteuer von 35 Prozent ab; diese wird durch die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt. Für den normalen Wettschein ist all das ohne Wirkung: Ein typischer Spielender gewinnt weit unter der Schwelle, zahlt also keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Eine Steuer auf Einsätze kennt die Schweiz nicht. Wer sein Spiel in einer Grenzregion betreibt und mehrere Anbieter vergleicht, sollte sich — je nach Kanton — auf völlig andere steuerliche Folgen einstellen. Das ist allgemeine Information und kein Steuerrat; für den eigenen Fall ist ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung die zuständige Stelle.
Die zweite Zahl, die man kennen sollte, ist die Auszahlungsquote. Sie beschreibt, welcher Anteil aller Einsätze ein Markt zurückzahlt, und sie ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Bei zwei Preisen von je 1.90 liegt sie bei rund 95 Prozent; die Marge ist der Rest. Über einen einzigen Wettschein sagt sie nichts. Über ein Jahr sagt sie fast alles.
Und die dritte Zahl ist die eigene Verlustlimite. Sie ist die einzige, die vor dem Spieltag festgelegt wird und danach nicht mehr verhandelbar ist. Wer bei Sporttip mit Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage startet, hat sie gesetzt, bevor die erste Wette läuft — das ist der Zeitpunkt, an dem eine solche Zahl tatsächlich etwas steuert, weil sie in der Situation gefällt wird, in der man noch klar sieht.
Fragen und Antworten zu kostenlosen Wettprognosen
Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Daten fliessen ein?
Aus vier Bausteinen, die unterschiedlich belastbar sind. Die Form sagt, was eine Mannschaft zuletzt geleistet hat. Der Heimvorteil ist der am besten belegte Fussballeffekt und der am schlechtesten übertragbare. Die Statistik liefert Vergleichszahlen wie Tore pro Spiel. Die Quote schliesslich ist keine Vorhersage, sondern ein Preis, in dem die Marge des Veranstalters steckt.
Warum ist eine kostenlose Wettprognose keine Garantie für einen Gewinn?
Weil sie eine Schätzung von Wahrscheinlichkeiten ist und keine Aussage über den Ausgang einer einzelnen Begegnung. Selbst eine gute Schätzung liegt regelmässig falsch, und in der Quote steckt eine Marge von etwa 5 Prozent auf einem Zwei-Weg-Markt. Diese Marge ist der Grund, weshalb ein Spielender im Durchschnitt nicht auf null herauskommt — sondern darunter.
Welche Rolle spielen Quoten bei der Bewertung einer Prognose?
Die entscheidende. Nicht die Vorhersage entscheidet, sondern der Abstand zwischen der selbst geschätzten Wahrscheinlichkeit und der Wahrscheinlichkeit, die in der Quote steckt. Ist die eigene Schätzung höher, enthält der Preis einen Wert. Ist sie tiefer, enthält er keinen, egal wie plausibel die Prognose klingt. Eine Prognose ohne Quotenangabe lässt sich nicht bewerten.
Was ist die Marge eines Wettveranstalters, und wie wirkt sie auf eine Prognose?
Die Marge ist der Anteil aller Einsätze, der beim Veranstalter bleibt. Bei zwei Preisen von je 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 Prozent, die Marge also bei etwa 5 Prozent. Eine Prognose kann diese Marge nicht aufheben, sie kann sie nur über lange Reihen überspielen. Pro Wettschein ist die Marge kaum sichtbar, über ein Jahr ist sie die wichtigste Zahl überhaupt.
Wo darf in der Schweiz legal auf eine Prognose gesetzt werden?
Nur bei zwei Veranstaltern: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide dürfen Sportwetten nach dem Geldspielgesetz anbieten und stehen unter Aufsicht der Gespa. Ein ausländischer Anbieter darf in der Schweiz gar keine Sportwetten anbieten, auch nicht mit einer Lizenz aus einem anderen Land — eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz.
Wie verlässlich sind Prognosen für Turniere wie eine Weltmeisterschaft im Vergleich zu Ligaspielen?
Weniger verlässlich, und zwar aus einem strukturellen Grund. Ligaprognosen stützen sich auf viele Spiele mit ähnlichen Kadern und eingespielten Mustern, die sich über Wochen lesen lassen. Turnierprognosen arbeiten mit Nationalmannschaften, die in dieser Zusammensetzung wenige Wochen alt sind, und mit kurzer Vorbereitung. Das Wissen über ein einzelnes Turnierspiel ist dünner. Für die WM 2026 ist zudem das zu wissen, was viele Übersichten offen lassen: Das Turnier ist bereits gespielt, vom 11. Juni bis 19. Juli 2026. Eine Europameisterschaft findet 2026 nicht statt — die nächste folgt 2028.
Was am Ende bleibt
Zwei Wege, und die Wahl ist keine Geschmacksfrage. Wer in der Schweiz unter Schweizer Recht auf eine Prognose setzen will, kann das bei einem der beiden Veranstalter tun, und dessen Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Wer das nicht will, spielt unter Regeln, die nicht die Schweizer sind, und trägt die Folgen ohne Schweizer Rechtsweg.
Der Rest ist Handwerk. Eine kostenlose Prognose ist gut, wenn sie ihre Schätzwahrscheinlichkeit offenlegt und wenn der Abstand zur Quote gross genug ist — und sie bleibt eine Schätzung, deren Wert sich erst über viele Begegnungen zeigt. Die Marge sitzt in jeder Quote, rund 5 Prozent auf einem ausgeglichenen Zwei-Weg-Markt, und sie ist die einzige Grösse auf dieser Seite, die kein Portal, kein Boost und keine Kombination verändert. Sie ist der Preis der Teilnahme.
Wer das einmal verstanden hat, liest Prognosen anders. Nicht als Empfehlungen, sondern als Argumente mit einer Zahl daran. Und wer dabei bemerkt, dass die Zahlen nicht aufgehen, hat mehr gelernt als aus jedem Tipp.
Bei Fragen zum eigenen Spielverhalten stehen die Fachstellen zur Verfügung, und die Spielsperre ist dort, wo die Not am grössten ist, der wirksamste Schutz — sie ist im Sperrregister eingetragen und gilt über die Anbieter hinweg. Ein Spiel ist Unterhaltung. Wer es als Einkommen braucht, sollte die Verlustlimite nicht als Formular betrachten, sondern als Antwort.
Tipps – anbietervergleichch.com
Inhalt erstellt vom Team «anbietervergleichch.com»
