Wettquote-Rechner: Rechnen ist einfach, auszahlen tun andere

Updated Oktober 2026
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Ein Rechner ist die ehrlichste Anschaffung im Sportwetten: Er verspricht nichts, er multipliziert. Einsatz mal Quote, bei Kombinationen das Produkt der Einzelquoten, fertig. Nur zahlt am Ende kein Rechner aus, sondern ein Veranstalter, und in der Schweiz sind das genau zwei. Wer das einmal verstanden hat, liest die Auszahlungsquote jeder Wette anders.

Ein Stapel unbedruckter Papierscheine liegt neben einem Kugelschreiber auf einem Holztisch.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Datenstand: 29. Oktober 2026; die Bewilligungen und Veranstalterangaben wurden gegen die Aufsicht der interkantonalen Geldspielaufsicht und die veröffentlichten Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter geprüft.

Die Rechtslage zuerst: nur zwei Veranstalter dürfen Wetten annehmen

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) führt sie in Art. 3 lit. c und e, die Aufsicht liegt bei der Gespa in Bern, nicht bei der ESBK — die prüft Casinos und sonst nichts. Wer Wetten annehmen will, braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS), und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Ein Brückengeländer aus Stahl über einem Gebirgsfluss im Gegenlicht, darunter schäumendes Wasser.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos mit dem Produkt Sporttip ist der eine, die Loterie Romande mit Jouez Sport der andere. Beide sind Genossenschaften beziehungsweise Gesellschaften mit öffentlichem Auftrag, nicht Konzerne mit Marketingbudget. Es gibt keine dritte Bewilligung, und es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher: Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains. Wer auf einer Vergleichsseite einen dritten «Schweizer Anbieter» findet, findet einen Anbieter, der die Schweiz als Markt behandelt, nicht als Rechtsraum.

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, zählt 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende. Das ist keine Fussnote zur Firmengeschichte, sondern die Erklärung dafür, warum die beiden Angebote so verschieden aussehen, obwohl für beide dasselbe Gesetz gilt.

Was der Nettoertrag macht, ist der zweite Unterschied zu einem internationalen Buchmacher: Er fliesst in gemeinnützige Zwecke der Kantone (Art. 125 BGS). Ein Teil des Geldes, das ein Spielender verliert, kommt also über Umwege in die öffentliche Kasse zurück. Das macht Wetten nicht günstiger, aber es erklärt, warum die Politik an diesem Markt wenig ändern will.

Bewilligung, Wohnsitz, ein einziges Konto

Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz, und innerhalb der Schweiz auch nur im jeweiligen Vertragsgebiet. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt — zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet. Jouez Sport nimmt Wetten aus FR, GE, JU, NE, VD und VS an.

Online-Registrierung bei Swisslos: 18 Jahre und Wohnsitz im Vertragsgebiet

Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, eine Person darf sich nur einmal registrieren, und die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer in Zürich wohnt, kann kein Konto bei Jouez Sport eröffnen; wer in Genf wohnt, keines bei Swisslos.

Diese Prüfung ist der Grund, warum die Schweizer Veranstalter so viele Ausweisdaten sehen. Sie ist aber auch der Grund, warum die Schweiz keine anonyme Sportwette kennt. Dasselbe Gesetz regelt den Zahlungsweg: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS), Kredite an Spielende sind verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS). Krypto-Auszahlung und fremde Konten gibt es hier nicht, in keiner Variante.

Der Schutz endet an der Grenze. Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta oder ein deutsches Permit — hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Bestraft wird der Spielende nicht. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Aufsicht, die eine Quote prüft.

Der Markt, der Rechner und die Rundung auf fünf Rappen

Was Swisslos Rundungsregeln mit dem Rechnergebnis machen

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Der zweite Schritt frisst Beträge, die ein Rechner sauber ausgibt. Bei einem Einsatz von CHF 20 auf Quote 1’925 zeigt jede Handy-App CHF 38.50; Swisslos schreibt CHF 38.50 gut, weil die Rundung hier zufällig aufgeht. Bei anderen Konstellationen geht es eine Rappenstufe nach unten, und niemand hat einen Anspruch auf die Differenz.

Der Grund für die Rundung ist banaler, als Wettforen vermuten: 5 Rappen ist die kleinste Schweizer Münze, und die Auszahlung läuft über Wettscheine an Verkaufsstellen, wo man nicht beliebig fein abrechnen kann. Der Rechner ist also kein Messgerät, sondern eine Schätzung mit zwei Stellen Genauigkeit. Für die Frage «reicht mir das?» genügt sie. Für die Frage «stimmt der Betrag auf den Rappen?» ist sie die falsche Instanz — die richtige Instanz sind die Spielregeln des Veranstalters.

Minutengenau, aber nicht in Stein gemeisselt: die Spielzeit

Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit — beim Fussball also 90 Minuten und das, was der Schiedsrichter anhängt. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Rechner kennt diese Unterscheidung nicht; er kennt nur die Quote, die man ihm gibt. Deshalb steht bei vielen Wetten der Hinweis «90 Minuten» direkt neben der Quote, und wer ihn überliest, rechnet mit der falschen Grundlage.

Verlustlimiten, die vor dem ersten Wettschein stehen

Limiten setzt in der Schweiz der Spielende, nicht der Staat. Der Veranstalter muss aber einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung per Gesetz nach 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an.

Verlustlimiten bei Sporttip: was vor der ersten Wette eingerichtet sein muss

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und — unter 21 Jahren — CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Wer die Limiten als Formalität abhakt, verliert genau das Instrument, das später greift; die 72 Stunden Sperrfrist für eine Erhöhung sind bewusst unangenehm.

Ein Zahlungsdetail gehört hier dazu, weil es dieselbe Logik fortsetzt: Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, Mindestbetrag CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Wer CHF 10’000 im Monat einsetzt, merkt die Limite nicht. Wer mehr will, merkt sie sofort.

Spielsperre: Produktsperre, Register, Dauer

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben (Art. 84 VGS), und eine Fachstelle ist daran beteiligt (Art. 81 BGS). Wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).

Die Erfolgsquote der Kontrollen ist der unbequeme Teil. Bei Testkäufen der Gespa 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Aufsicht prüft also — und die Praxis an der Theke hält nicht, was die Regel verspricht. Wer sein Kind an den Kiosk schickt, kommt in der Schweiz statistisch fast jede zweite Mal durch.

Rechnen können ist eine Sache, aussetzen zu dürfen die andere

Mit der Bewilligung kommt eine geschlossene Liste dessen, worauf überhaupt gewettet werden darf: die von der Gespa geführte Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe nie. Die Liste führt keine Corner- und Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Das ist der eigentliche Preis der Legalität, und er ist höher, als die Werbung glauben lässt. Wer eine Ecke im 89. Minute bequem findet, findet sie hier nicht. Wer auf einen Eishockey-Ranglistenplatz mit unklarer Konsequenz setzen will, findet ihn nicht. Wer eine WM-Qualifikationsrunde sucht, die nicht auf der Liste steht, findet sie nicht. Dafür ist jede angebotene Wette eine, die ein Aufsichtsgremium vorher gesehen hat — und keine davon ist eine Wette auf ein Wetterphänomen, eine Wahl oder eine Fernsehshow. Nur Sportereignisse sind erlaubt.

Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter eine Entscheidung dafür hat. Das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Bei Sporttip gilt ein Detail: die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Wer das für Willkür hält, sollte die Mechanik zu Ende denken. Auf einem grossen Markt dauert die Signalübertragung länger als der Klick; ohne diese Regel wäre es ein Wettlauf zwischen dem Klickenden und dem Satellitenbild. Quote 1.00 heisst: Der Einsatz kommt zurück, nicht mehr. Und wer in der Sekunde des Elfmeters noch schnell eine Wette einloggt, gehört genau zu denen, für die die Regel gemacht ist.

Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt und damit Sache des Veranstalters. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sport­ereignisse ab und kann jederzeit geändert werden.

Man kann das als Sicherheitsnetz lesen. Richtiger ist: Es ist ein zweiter Markt mit einer schlechteren Quote, den derselbe Anbieter stellt. Das angebotene Niveau bewegt sich unter dem, was die Wette noch wert wäre — sonst hätte Swisslos nichts davon. Wer Cash-Out für den Ausstieg in einer Notlage nutzt, kauft sich Ruhe. Wer ihn regelmässig nutzt, verkauft einen Teil seiner Erwartung.

Deshalb ist Cash-Out willkürlich. Ich meine das nicht als Beschwerde — ich meine es als Betriebsanleitung. Es ist ein Angebot, kein Recht.

Was ein Wettangebot kostet, und was ein Rechner darüber schweigt

Ein Quotenrechner beantwortet «was zahlt ein Sieg». Er beantwortet nicht «was zahlt ein Sieg nach Abzug der Marge», und er beantwortet nicht «was kostet mich ein Systemwette-Verlauf». Genau dort liegen die Unterschiede zwischen den zwei Schweizer Angeboten.

Bei einem Spiel mit zwei Ausgängen zu je Quote 1.90 bleibt von jedem investierten Franken etwas beim Buchmacher. Die Auszahlungsquote dieses Marktes liegt zwischen etwa 94,7 und 95 % — das ist der Anteil aller Einsätze, den der Markt über beide Ausgänge zusammen zurückgibt, und sie hängt daran, wie sich die beiden Quoten zueinander verhalten. Umgekehrt liegt die Marge dieses Marktes zwischen etwa 5 und 5,3 %. Die Untergrenze gilt, wenn beide Seiten gleich eingepreist sind; jede Schieflage der Quoten, jede einseitige Ladung des Publikums auf eine Seite treibt die Auszahlungsquote unter die 95 %. Wer in dieser Bandbreite lebt, muss nicht jede Zehntelprozent kennen — er muss nur wissen, dass die zwei Rappen, die zwischen der ausgerechneten und der ausbezahlten Summe fehlen, nicht immer nur Rundung sind.

Und wer mehrere Wetten zu je 5 % Marge stapelt, multipliziert den Abzug: Zwei Spiele ergeben rund 90 % Auszahlungsquote, drei rund 86 %. Die einzelnen Quoten sehen dabei prima aus.

Bei Systemwetten zählt etwas anderes: Die System wette als Rechner-Aufgabe braucht nicht nur Quoten, sondern die Zahl der Teilwetten und die Zahl der Wetten, die für einen Gewinn nötig sind. Ein 3-aus-4-System enthält vier Dreierkombinationen; der Einsatz muss angeben, ob er pro Kombination oder insgesamt gilt. Wo also ein Rechner einen Betrag ausgibt und der Wettschein einen anderen, liegt der Fehler selten in der Mathematik. Er liegt in der Frage, wie viele Wetten die Rechnung überhaupt umfasst. Genau das ist der Grund, weshalb ich Systemwetten-Rechner für die riskanteste Kategorie halte: nicht wegen der Quoten, sondern wegen der unbemerkten Einsatzvervielfachung.

Was eine Wette unterwegs kosten kann, wenn nichts wie geplant läuft: Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Das ist fair und transparent, aber es ist auch der Tod einer Kombiwette: Ein 1.00-Bein in einer Zehnerkombination drückt die Gesamtquote um den Faktor der verlorenen Quote. Wer Kombiwetten mit vier Beinen spielt, sollte wissen, dass ein abgesagtes Spiel nicht «neutral» ist, sondern teuer.

Ein Quotenrechner und sein Vorbehalt

Ein Systemwetten-Rechner für die Hosentasche ist schnell geschrieben: Drei Felder, ein Produkt, ein Ergebnis. Gefragt ist deshalb etwas anderes — ein Rechner für sichere Wetten ist in Wirklichkeit keiner, weil kein Rechner das Ergebnis kennt. Was ein Rechner kennt, ist der Betrag. Der Rest ist Angebot.

Einzel-, Kombi- und Systemwetten: dieselbe Formel, drei Grundlagen

Einzelwetten rechnen mit einem Einsatz und einer Quote. Kombiwetten rechnen mit einem Einsatz und einer Gesamtquote, die das Produkt der Einzelquoten ist. Der Wetten-Rechner unterscheidet sich bei Kombinationen also nicht in der Formel, sondern in der Herkunft der Zahl. Bei Sporttip umfasst eine Kombiwette mehrere Voraussagen, deren Gesamtquote aus dem Produkt entsteht; eine Wette auf voneinander abhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung ist nur über die Bet-Builder-Funktion möglich. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer eine Ecke und das Ergebnis desselben Spiels kombinieren möchte und dafür keinen Baukasten findet, sucht also nicht vergebens — er sucht etwas, das es nicht gibt.

Ein Abakus aus Holz steht auf einem Schreibtisch, einige Perlen sind nach links geschoben, Seitenlicht fällt darauf.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500.

Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Der Mindesteinsatz online liegt bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3 — für Multiples bei CHF 2 — und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Unterschied zwischen CHF 1’000 und CHF 10’000 ist kein Zufall. Eine Systemwette ist eine Bündelung von Bündeln; ein Fehler in einem Bein kostet dort weniger, und deshalb ist der Spielraum grösser.

Das fünfte Bild in dieser Reihe ist banal und wird am häufigsten übersehen: Die Limiten können sich ändern, ohne dass es kommuniziert wird. Wer nach drei Monaten mit denselben Zahlen rechnet, rechnet mit Zahlen von vor drei Monaten.

Kombiboost, Quotenboost und Profitboost: das Kleingedruckte zählt

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online — Prematch, Live und Systemwetten — und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sport­ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Der Kombiboost ist damit das einzige der drei Werkzeuge, das sich an Kombinationen richtet — und zugleich das, das am strengsten definiert ist. Vier Voraussagen zu je mindestens 1.50 sind keine Kleinigkeit: Bei vier gleichmässig verteilten Ausgängen mit Quoten um 1.50 liegt die kombinierte Wahrscheinlichkeit grob im Bereich um 20 %. Der Bonus von 5 % auf den Nettogewinn ändert an diesem Verhältnis nichts. Bei fünfzehn Voraussagen liegt die theoretische Chance weit unter einem Prozent, und der Bonus von 100 % macht daraus nicht plötzlich etwas Günstiges. Der Boost wird also dort fett, wo die Wette am unwahrscheinlichsten ist. Das ist kein Betrug, aber es ist auch keine Hilfe.

Wohin die Schweizer Spielgelder fliessen

Die Werbewelt der Wetten verspricht Tempo und Erfolg. Die Geschichte der drei Schweizer Produkte ist eine andere.

Gratisspielguthaben braucht die Zustimmung der Gespa

Spiele oder Gratisguthaben sind in der Schweiz nicht einfach ein Marketinginstrument. Sie brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS). 2025 wurden 24 solcher Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Wer von den Konzernen eine Bonusschlacht erwartet, versteht das Instrument falsch: nicht aus Tugend, sondern weil das Gesetz die Bremse eingebaut hat. Werbebotschaften dürfen ausserdem nicht aufdringlich sein, nicht irreführen und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit bis zu CHF 500’000 Busse bestraft (Art. 131 BGS). Bonushöhen und Bedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.

Steuern: Wann ein Gewinn in der Schweiz tatsächlich etwas abgibt

Gewinne aus bewilligten schweizerischen Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der eidgenössische Schwellenwert liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400). Die kantonale Schwelle weicht davon ab — je nach Kanton. Erst oberhalb dieser Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein; die lässt sich über die Steuererklärung zurückholen, wenn der Gewinn deklariert wird. Für einen durchschnittlichen Wettenden liegt der Betrag weit unter dieser Grenze: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Eine Steuer auf den Einsatz kennt die Schweiz nicht.

Gewinne bei ausländischen Anbietern fallen nicht unter die Verrechnungssteuer — aber es gibt eine Steuerpraxis, die man kennen sollte: Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer offshore spielt und einen Treffer landet, sollte das nicht im Nachhinein erfahren. Für den eigenen Fall hilft nur eine Auskunft bei der kantonalen Steuerverwaltung oder bei einer Steuerberatung.

Sperrliste und Domain-Hopping: der Filter, der kurz hält

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS). Die erste Liste erschien am 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden aber innert Stunden ersetzt — die Aufsicht nennt das Domain-Hopping und hat dafür Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele genannt; bet365 stand ebenfalls auf der Liste. Der Filter ist eine Hürde, kein Wall. Wer ihn umgehen will, umgeht ihn.

Das ist der Punkt, an dem die zweite Gruppe in dieser Gegenüberstellung ins Spiel kommt: Marken ohne Schweizer Bewilligung, die Schweizer Spielende trotzdem treffen. Sie unten einzuordnen ist keine Empfehlung. Es ist die einzige Art, über sie zu reden, ohne sie zu bewerben.

Die zehn Marken im Vergleich

Die folgende Einordnung stellt die zehn Plattformen dieses Vergleichs mit ihrem Bewilligungsstatus für die Schweiz gegenüber. Die Reihenfolge folgt der Bedeutung für Schweizer Spielende: zuerst die beiden Veranstalter mit Bewilligung, dann Marken ohne.

Marke Bewilligung für die Schweiz Veranstalter bzw. gemeldeter Sitz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung für das Grossspiel Sportwetten (BGS, SR 935.51); Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung für das Grossspiel Sportwetten (BGS, SR 935.51); Aufsicht Gespa Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen
WirWetten keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt
BillyBets keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt
Bahigo keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt
Boomerang Bet keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt
Interwetten keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt
HighFlyBet keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt
Rabona keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt
Rollbit keine Schweizer Bewilligung nicht festgestellt

Die Tabelle sortiert sich beim Hinsehen selbst in zwei Hälften, und die zweite Hälfte ist in ihrer Spalte «Veranstalter» zu grossen Teilen leer. Das liegt nicht an fehlender Recherche, sondern an der Sache: Ein Anbieter ohne Bewilligung hat keinen Sitz, über den die Aufsicht etwas sagen könnte, und die Domains in dieser Liste wechseln schneller als jede Adressangabe. Genau deshalb steht hinter jedem Namen «nicht festgestellt», und nicht ein Name, der sich drei Monate später als falsch erweist.

Der dritte Befund in dieser Tabelle ist unbequemer: Wer den zweiten Block als «günstigere Alternative» liest, liest ihn falsch. Eine Wette ohne Bewilligung kennt keine Schweizer Prüfung, keinen Schweizer Freibetrag, kein Sperrregister, keine Beschwerdemöglichkeit. Die Schweizer Spielsperre gilt in einem ausländischen Angebot nicht — wer sich sperren lässt, ist damit nicht überall draussen. Und die Gespa kann die Domains so auf die Sperrliste setzen, dass sie per DNS blockiert werden. Die Chance, dass ein Konto plötzlich nicht mehr erreichbar ist, ist also nicht theoretisch.

Und noch das: Eine Wette ohne Bewilligung ist keine «Wette ohne Regeln». Die Regeln gelten woanders, es gibt sie nur nicht auf die Schweizer Werbebotschaften zugeschnitten. Wer in der Schweiz wohnt, muss sich für «vollständiger Schutz, geschlossenes Angebot, Wohnsitzbindung» oder «kein Schutz, kein Register, kein Rechtsschutz, steuerliche Ungewissheit» entscheiden.

Die zehn im Detail: was jede Marke für sich bedeutet

1. Swisslos Sporttip: die grösste Auswahl im Vertragsgebiet

Swisslos ist mit Sporttip der eine der zwei Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann online teilnehmen — nach Registrierung mit mindestens 18 Jahren, Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet, ohne bestehende Spielsperre und ohne zweite Registrierung. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Das Produkt hat Eigenheiten, die man sonst selten findet: Einzel-, Kombinations- und Systemwetten sind möglich, Cash-Out gibt es für alle drei Kategorien, Quoten- und Profitboosts für Einzelwetten online. Die Einsätze bewegen sich zwischen CHF 1 und CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, bei Systemwetten bis CHF 10’000; Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Ein Gewinnbetrag wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet.

Die Sporttip-Limiten sind das am meisten unterschätzte Merkmal. CHF 1’000 pro Einzelwette ist für einen grossen Teil der Spielerschaft keine Limite, für einen kleinen Teil schon — und wer CHF 2’000 auf eine Fussballwette setzen will, kann es hier nicht in einem Wettschein tun. Der Höchsteinsatz für Systemwetten von CHF 10’000 zeigt, wohin das Produkt gedacht ist: für Spielende, die mit mehreren Wetten arbeiten. Wenn eine Wette über der Limite liegt, wird sie nicht angenommen; es gibt also keinen Kulanzweg.

2. Loterie Romande Jouez Sport: Westschweizer Zahlen, eigene Gewinngrenzen

Jouez Sport ist das Sportwettenangebot der Loterie Romande für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Das Institut hat 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende und betreibt seine Zahlenwelt völlig unabhängig von Swisslos. Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2; Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Der Vergleich mit den Zahlen aus Basel fällt deutlich aus, und er sagt nichts über Qualität, sondern über Grösse. CHF 500 Höchsteinsatz statt CHF 1’000 ist die Hälfte, und wer die beiden Produkte als «gleich» abtut, verwechselt die Marke mit dem Geschäftsmodell. Auch die Quote ist nach oben begrenzt: Eine Einzelquote oder Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000.

Die Quote von 1.10 als Untergrenze ist ein Detail, das die Kombiwelt härter trifft, als es klingt. Eine sehr sichere Auswahl zu einer Quote von 1.05 lässt sich zu einer Kombination nicht beitragen. Wer bewusst Kombinationen mit möglichst sicheren Beinen baut, stösst dort auf eine Wand, die es bei Swisslos in dieser Form nicht gibt.

Eine Wette auf ein Einzelereignis kann bei Jouez Sport also nur zwischen Quote 1.10 und 100’000 liegen. Wer eine Gesamtquote von 100’000 überschreitet, findet diese Wette bei Jouez Sport nicht.

3. WirWetten: Boni ohne Schweizer Bewilligung

WirWetten hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung (Art. 4 BGS). Ein Anschluss an das Schweizer Sperrregister besteht nicht, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden. Zur Bewilligung dieses Anbieters ist nichts festgestellt, was in der Schweiz ohnehin keine Kraft hätte.

Das ist keine Bemerkung am Rand, sondern die zentrale Einschätzung. Wer sein Geld in ein Angebot trägt, dessen Bewilligungsstatus nicht feststellbar ist, trägt es in etwas, das niemand prüft. Der Satz, den man sich merken sollte, ist der kürzeste dieses Abschnitts: Der Anbieter ist in der Schweiz nicht zugelassen.

4. BillyBets: kein Sitz, an dem man ihn packen könnte

Bei BillyBets fehlt die Schweizer Bewilligung. Eine Veranstaltung ohne diese Bewilligung ist strafbar (Art. 130 BGS), der Spielende selbst wird nicht bestraft — aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Werbetreibende, die für ein nicht bewilligtes Glücksspiel werben, riskieren bis zu CHF 500’000 Busse (Art. 131 BGS).

Für Spielende bleibt der praktische Punkt: Es gibt keine Instanz, an die man sich wenden könnte. Bei einem Streit um eine Quote oder eine Auszahlung gibt es hier keinen Schweizer Weg.

5. Bahigo: keine Schweizer Beschwerdemöglichkeit

Bahigo trägt keine Schweizer Bewilligung und ist damit ein Anbieter, der in der Schweiz nicht veranstalten darf. Der Schutz der Schweizer Regelwelt — Limitenpflicht, Sperrregister, Kontrolle der Geldspielaufsicht — gilt für dieses Angebot nicht. Wer bei Bahigo ein Konto führt, führt es ausserhalb des Systems, das die Schweiz für ihre zwei Veranstalter aufgebaut hat.

Das Bild ergibt sich aus zwölf solcher Zeilen, und ich sage offen, dass es mir schwerfällt, sie zu strecken: Bei jedem dieser sieben ausländischen Anbieter ist die Auskunft dieselbe, weil die Rechtslage dieselbe ist. Wer die Bewilligung nicht hat, hat sie nicht.

6. Boomerang Bet: ein Name, der in der Schweizer Statistik nicht auftaucht

Boomerang Bet hat keine Bewilligung für die Schweiz. Damit fällt es aus dem Anwendungsbereich dessen heraus, was die Schweizer Veranstalter ausmacht: Zahlungen nur auf ein Konto auf den eigenen Namen (Art. 50 Abs. 2 VGS), Verbot von Krediten an Spielende (Art. 75 Abs. 1 BGS), Aufsicht durch die Gespa. Ob ein solches Angebot in der Schweiz faktisch erreichbar ist, ist eine andere Frage als die, ob es hier zulässig ist — und nur die zweite hat eine klare Antwort.

Für die Bewertung heisst das: Die Bequemlichkeit eines solchen Kontos ist nicht gratis, sie kostet den Schutz, den es nicht gibt.

7. Interwetten: auf der Sperrliste der Aufsicht genannt

Interwetten gehört zu den Marken, die die Gespa im Zusammenhang mit Domain-Hopping genannt hat — also damit, dass blockierte Domains innert Stunden durch andere ersetzt werden. Eine Schweizer Bewilligung besteht nicht. Eine ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS).

Das ist ein Stück praktische Marktkenntnis, das kein Quotenrechner liefert: Eine Adresse kann morgen eine andere sein, und eine Statistik über Erreichbarkeit ist damit nur für den Tag ihrer Erhebung gültig.

8. HighFlyBet: kein Schweizer Steuerfreibetrag, keine Schweizer Schwelle

HighFlyBet hat keine Schweizer Bewilligung. Damit gilt die Schweizer Steuerlogik für Gewinne aus bewilligten Grossspielen nicht. Wer in einem Kanton mit der Praxis des Kantons Thurgau lebt, muss bei ausländischen Anbietern mit vollständig steuerbarem Einkommen rechnen, unabhängig von der Höhe. Wie ein einzelner Kanton das handhabt, klärt die kantonale Steuerverwaltung.

Das ist für viele Spielende die am wenigsten bedachte Folge: Der Gewinn aus einem ausländischen Anbieter ist nicht automatisch steuerfrei, nur weil er klein ist.

9. Rabona: wer sich sperren lässt, ist dort trotzdem nicht draussen

Rabona führt keine Schweizer Bewilligung. Die Schweizer Spielsperre ist an das schweizweite Register gebunden und gilt für die bewilligten Veranstalter; bei einem Anbieter ausserhalb dieses Systems gibt es diesen Riegel nicht. Dasselbe gilt für die selbst gewählte Produktsperre, die bei Swisslos zwischen 1 und 180 Tagen dauert.

Für jemanden, der weiss, dass er eine Grenze braucht, ist das der wichtigste Satz über diese ganze Gruppe: Die Sperre, die ihn schützen soll, kennt sein Konto nicht.

10. Rollbit: ein Kontostand zwischen zwei Rechtsordnungen

Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung und fällt damit weder unter die Aufsicht der Gespa noch unter die Schweizer Regeln zu Zahlungswegen und Krediten. Wer dort gewinnt, klärt die steuerliche Seite mit der eigenen kantonalen Steuerverwaltung — die Schweizer Regel für bewilligte Grossspiele trägt hier nicht.

Für die Frage, die dieser Abschnitt beantwortet, ist Rollbit damit der zehnte Name derselben Antwort: kein Schweizer Schutz, kein Schweizer Rechtsschutz, keine Schweizer Sperre.

Wo ein Rechner endet und das Lesen beginnt

Die Rechnung ist der einfache Teil: Einsatz mal Quote, bei Kombinationen das Produkt. Die zweite Hälfte des Themas ist ein Blick auf die Bedingungen des Veranstalters, und dort steht, was der Gewinn tatsächlich wert ist. Wer das in der Reihenfolge macht — erst rechnen, dann lesen —, hat schon gewonnen, unabhängig davon, wie die Wette ausgeht.

Welche Plattform zu welchem Spielenden passt

Zwei Plattformen dürfen in der Schweiz Wetten annehmen, und sie passen zu unterschiedlichen Menschen. Bei Swisslos Sporttip liegen Mindesteinsatz und Höchsteinsatz so, dass auch kleine Beträge und grosse Einzelwetten einen Platz haben, und der Kombiboost ab vier Voraussagen gibt Kombinationsspielenden ein Werkzeug, das eine gewisse Grösse belohnt. Bei Jouez Sport sind die Einsätze enger gefasst, dafür steht die Westschweiz im Zentrum, und wer ein kleines Budget mit einer Quote knapp über 1.10 pflegt, findet dort einen Rahmen, der ihn selten ausbremst — dafür mit einer Untergrenze bei der Quote.

Für jemanden mit einem kleinen Budget ist der Zugang ohnehin der erste Filter: Bei Swisslos beginnt eine Einzelwette bei CHF 1, bei Jouez Sport online bei CHF 2. Wer zwei Franken dauerhaft unter den Tisch fallen lässt, merkt den Unterschied nicht. Wer jede Woche zwanzig Wetten macht, merkt ihn.

Wer eine grosse Einzelwette platzieren will, ist bei Swisslos besser aufgehoben — bis CHF 1’000, bei Systemwetten bis CHF 10’000. Wer dagegen vor allem Kombinationen mit drei, vier Beinen spielt, findet bei Swisslos mit dem Kombiboost ein Instrument, das es in dieser Form nur dort gibt, und nimmt dafür die Rundung auf 5 Rappen in Kauf. Wer in der Westschweiz wohnt, hat ohnehin nur eine Wahl unter den beiden — Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt im Vertragsgebiet, sonst gibt es kein Online-Konto.

Und wer in der Schweiz nur eine Wette auf ein bestimmtes Ereignis sucht, weil die Marktliste es nicht hergibt: Hier lohnt der Blick in das jeweilige Wettprogramm, statt in die Suchmaske. Die Gespa-Liste der bewilligten Wettarten entscheidet, was überhaupt angeboten werden darf, und danach der Veranstalter, ob er es tut.

Was ausländische Angebote für Schweizer Spielende bedeuten

Die sieben Marken ohne Schweizer Bewilligung in dieser Gegenüberstellung sind keine Alternative mit gleichem Schutz, sondern ein anderer Rechtsrahmen. Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Wer alternativ dort spielt, verliert: die Schweizer Prüfung, das schweizweite Sperrregister, den gesetzlichen Rahmen für Limiten, die Schweizer Regeln zu Zahlungswegen, den Steuerfreibetrag aus dem Grossspiel und jeden Schweizer Rechtsweg.

Das Verlockende an solchen Konten ist nicht der Preis, sondern die Abwesenheit von Reibung — keine Ausweisprüfung, keine kantonalen Grenzen, keine geschlossene Wettliste. Reibung ist aber nicht zufällig da, und was als Bequemlichkeit verkauft wird, ist in der Praxis der Verzicht auf den Teil des Angebots, der den Spielenden schützt: die Identitätsprüfung, das Sperrregister, die Aufsicht. Wer in der Schweiz Sportwetten spielt, wählt zwischen vollständigem Schutz mit geschlossenem Angebot und Wohnsitzbindung oder der Abwesenheit all dessen. Es gibt keinen dritten Weg.

Steuern, Limits und Rundung: was bleibt hängen

Die Schweiz hat 2019 entschieden, Sportwetten als Grossspiel zu behandeln und den Kreis der Veranstalter zu schliessen. Sechs Jahre später gibt es genau zwei Angebote, dazu eine Sperrliste mit 671 Domains Ende 2025, ein Sperrregister und eine Regel, die Wetten gegen Wetten absichert.

Wer eine Schweizer Sportwette platziert, sollte drei Zahlen im Kopf behalten: den Freibetrag von CHF 1’071’000 ab 2026, unter dem ein Gewinn steuerfrei bleibt; den Betrag, den Swisslos auf 5 Rappen abrundet; die Marge von rund 5 bis 5,3 %, die in jeder Quote steckt. Die erste Zahl ist für die meisten irrelevant. Die zweiten beiden sind es nicht.

Häufige Fragen zum Quotenrechnen und zu Schweizer Wetten

Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote?

Bei einer Einzelwette wird der Einsatz mit der Quote multipliziert. Bei einer Kombiwette wird der Einsatz mit der Gesamtquote multipliziert, die das Produkt aller Einzelquoten ist. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet, der Rechner liefert also eine Schätzung.

Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette aus den Einzelquoten berechnet?

Die Einzelquoten werden miteinander multipliziert. Zwei Wetten zu Quote 1.80 und 2.10 ergeben eine Gesamtquote von 3.78. Verliert eine Voraussage, ist die Kombination verloren, und im Gegenzug kann kein einzelner Treffer sie noch retten — deshalb steigt die Auszahlung, während die Wahrscheinlichkeit sinkt.

Wie rundet Sporttip den Gewinnbetrag, und warum weicht er vom Ergebnis eines Rechners ab?

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Weil 5 Rappen die kleinste Münze ist und Wettscheine an Verkaufsstellen abgerechnet werden, kann das Ergebnis um eine Rappenstufe unter dem liegen, was eine App anzeigt.

Wie berechnen sich die implizite Wahrscheinlichkeit und die Marge aus den Quoten eines Spiels?

Die Auszahlungsquote eines Marktes ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten dieses Marktes. Bei einem Zwei-Weg-Markt zu je 1.90 liegt sie zwischen etwa 94,7 und 95 %, die Marge des Marktes also zwischen etwa 5 und 5,3 %. Einseitige Quoten treiben die Auszahlungsquote unter 95 %.

Wie rechnet sich eine Systemwette im Rechner, und welche Angaben sind nötig?

Nötig sind die Quoten, die Zahl der Voraussagen, die Zahl der Teilwetten und die Information, ob der Einsatz pro Kombination oder insgesamt gilt. Ein 3-aus-4-System enthält vier Dreierkombinationen. Ohne diese Angaben liefert ein Rechner eine Zahl, die mit dem Wettschein nichts zu tun hat.

Welche Mindest- und Höchsteinsätze setzen Sporttip und Jouez Sport?

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf höchstens CHF 7’500 enthalten.

Zur Verantwortung: Wetten sind ein Ausgabenposten

Die Schweizer Regelung setzt Limiten nicht beim Staat an, sondern beim Spielenden. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Wer diese Zahlen einmal ehrlich durchrechnet, sieht, was er im Monat verlieren kann, und nicht, was er gewinnen könnte.

Wer merkt, dass die Limiten ihn selbst überholen, findet bei Swisslos die produktbezogene Sperre für 1 bis 180 Tage und die unbefristete Spielsperre, die im schweizweiten Register eingetragen wird und auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein gilt. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben (Art. 84 VGS), und eine Fachstelle ist beteiligt. Die Aufsicht prüft die Einhaltung — bei Testkäufen 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Wette an eine minderjährige Person verkauft, was zeigt, wie weit die Kontrolle an der Theke trägt.

Werbung für ein nicht bewilligtes Glücksspiel ist in der Schweiz verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und mit bis zu CHF 500’000 Busse bedroht (Art. 131 BGS). Das gilt auch für Seiten, die einen Auslandanbieter empfehlen, als wäre er zugelassen.

Was ein Quotenrechner kann — und wo die Grenze liegt

Ein Rechner ist ein Werkzeug, kein Rat. Er rechnet Einsatz mal Quote und gibt den Bruttobetrag aus. Was er nicht rechnet: die Marge im Markt, die Kürzung durch die Rundung, die Steuer bei einem grossen Treffer, die Absage eines Spiels. Wer in der Schweiz Sportwetten platziert, rechnet also richtig — und liest danach trotzdem die Bedingungen des Veranstalters. Bei Sporttip und Jouez Sport sind das öffentlich zugängliche Regelwerke, und beide gehen davon aus, dass man sie kennt.

Inhalt erstellt vom Team «anbietervergleichch.com»