Wettstrategie mit Erfolg in der Schweiz — zwischen gutem Plan und der Marge, die immer mitrechnet
Es gibt in der Schweiz genau zwei Veranstalter, bei denen sich eine Wettstrategie überhaupt anwenden lässt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Alles, was sonst unter diesem Titel angeboten wird, spielt nach Hausregeln ohne Schweizer Bewilligung. Wer nach einem Plan sucht, mit dem Wetten verlässlich Geld abwirft, sucht etwas, das es nicht gibt — was es gibt, ist eine Reihe von Entscheidungen, die den Verlust verlangsamen und die Einsätze kontrollierbar halten. Genau darum geht es hier: nicht um Picks, nicht um ein System, sondern um das, was eine Strategie kostet, wenn man sie ernst nimmt.

Datenstand: 29. Oktober 2026. Die Angaben zu Bewilligungen und Aufsicht wurden gegen die Informationen der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) und die veröffentlichten Teilnahmebedingungen der beiden Veranstalter geprüft.
Livewetten und Cash-Out: schnelle Entscheide, teure Gewohnheiten
Livewetten sind erlaubt, und sie sind erlaubt, ohne dass das Gesetz bestimmte Live-Märkte vorschreibt. Wer live spielt, entscheidet unter Zeitdruck über einen Sachverhalt, den er nicht vollständig kennt. Das ist der ganze Reiz und der ganze Nachteil.
Bei Sporttip löst sich diese Spannung in Regeln auf, die man vor dem ersten Live-Einsatz kennen sollte. Ob ein Ereignis live übertragen wird, ändert an der Gültigkeit der Wette nichts. Wer eine Wette platziert, nachdem der Wettausgang tatsächlich eingetroffen ist, bekommt sie mit Quote 1.00 gewertet — der Einsatz zurück, kein Gewinn. Und in spielentscheidenden Situationen, also bei einem Elfmeter, einer Roten Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid, kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Man stelle sich das praktisch vor: Der Ball liegt auf dem Punkt, die Wette sitzt, und die Quote verfällt ins Neutrale. Auf der Anzeigetafel des Kontoauszugs steht später kein Verlust, aber auch kein Gewinn. Ein Live-Plan, der solche Fenster nicht einrechnet, rechnet mit einem Markt, den es nicht gibt.
Der begrenzende Faktor beim Live-Wetten ist weniger das Wissen als die Reaktionszeit — und die Zeit, in der eine Quote lebt, ist kurz. Wer während eines Spiels erst die Tabelle, dann die Form und dann die Aufstellung prüft, ist beim Absenden zu spät. Genau darin liegt der Vorteil des Veranstalters: Er setzt die Quote, während der Spielende sie unter Zeitdruck annehmen soll.
Zum Tempo kommt der Ausweg, den das Tempo erzeugt. Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und ausschliesslich als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Und wer glaubt, er könne damit jede Position jederzeit glattstellen, irrt: Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Der Betrag, der beim Cash-Out herauskommt, ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Das ist die ökonomische Kernaussage dieser Funktion, und sie lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Wer aussteigt, bezahlt für die Sicherheit mit einem Teil dessen, was er bei einem guten Ausgang bekommen hätte. Diese Differenz ist keine Gebühr, die irgendwo ausgewiesen wird. Sie verschwindet still.
In den Sporttip-Regeln hängt noch etwas daran: Bei einem Cash-Out verfällt ein Quoten- oder Profitboost. Wer eine Einzelwette mit erhöhtem Nettogewinn gebucht hat und dann vorzeitig aussteigt, verliert die Erhöhung. Der Ausstieg kostet also doppelt, wenn die Wette geboostet war.
Ein weiterer Punkt, der in Live-Situationen regelmässig übersehen wird: Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer, im Fussball also die 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Live-Einsatz in der 88. Minute auf ein Ergebnis, das erst nach Verlängerung feststeht, ist ein anderer Vertrag als der, den man vor Augen hatte.
Der ehrliche Rat zu diesem Feld ist unbequem und wird trotzdem gegeben: Livewetten sind der teuerste Ort, um eine Strategie auszuprobieren, weil die Entscheidungszeit fehlt und die Ausstiegsmöglichkeit selbst Teil des Geschäftsmodells ist. Wer sein Vorgehen testen will, tut das besser bei Wetten vor dem Spiel, wo er hinschauen kann, statt in der 70. Minute.
Cash-Out und Kombiwette: zwei Mechaniken, die einander ausschliessen
Die Kombination aus Livewette, Boost und Cash-Out ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Bedingungen stapeln. Ein Quotenboost bei Sporttip gilt nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Ein Profitboost erhöht den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost wiederum gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50.
Was heisst das für einen Plan? Es heisst, dass die Erhöhungen an Bedingungen geknüpft sind, die den Spielraum genau dort verkleinern, wo man ihn am liebsten hätte. Ein Boost, der bei vorzeitigem Ausstieg verfällt, ist kein Bonus, sondern eine Bindung. Und ein Kombiboost ab vier Voraussagen mit Mindestquote koppelt den Bonus an ein grösseres Risiko, weil jede zusätzliche Voraussage die Wahrscheinlichkeit senkt, dass alle zusammen durchgehen.
Der Kombiboost staffelt sich nach der Anzahl Voraussagen: 5 % Bonus auf den Nettogewinn bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Man muss das nicht ausrechnen, um die Struktur zu sehen: Der Anreiz wächst mit der Länge des Wettscheins, und die Länge des Wettscheins ist genau der Faktor, der die Trefferwahrscheinlichkeit drückt. Das ist die Marge, die man nicht auf dem Wettschein sieht.
Prognosen und Strategie: Statistik, Form und die Suche nach der Value Bet
Eine überprüfbare Prognose besteht aus drei Zutaten, und nur eine davon ist spannend. Die erste ist Statistik: Ergebnisse, Tore, Quotenverläufe, sauber erfasst. Die zweite ist Form: der Zustand einer Mannschaft, einer Person, einer Saison. Die dritte ist die eigentliche Arbeit — die Frage, ob die angebotene Quote über der geschätzten Wahrscheinlichkeit liegt. Genau das ist eine Value Bet: eine Quote, die höher ist als die eigene Schätzung des Eintretens. Sie ist kein sicherer Gewinn, sie ist ein Preis, der über dem liegt, was man für angemessen hält.
Statistik und Form liefern die Schätzung. Ohne die Schätzung gibt es keinen Vergleich, und ohne den Vergleich gibt es kein Value. Wer nur die Statistik liest, hat noch nicht angefangen. Wer nur die Form liest, hat eine Meinung. Erst der Abstand zwischen Meinung und Preis ist das Geschäft.
Die Marge sitzt in der Quote. Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90 — ausdrücklich als Rechenbeispiel, nicht als notiertes Angebot. Der Auszahlungsschlüssel dieses Marktes ergibt sich aus 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), das sind rund 95 %. Die Marge ist damit die restlichen rund 5 % — und sie liegt in einem Band von ungefähr 4 bis 6 %, je nachdem, wie der Veranstalter den Markt taxiert. Diese Spanne ist es, gegen die eine Value-Schätzung erst einmal ankommen muss. Ein Vorteil von zwei Prozent gegenüber dem Markt bleibt unter der Marge und verschwindet in ihr. Das ist der nüchterne Kern jeder Strategie-Diskussion, und kein Plan kommt daran vorbei.
Die Marge ist auch der Grund, warum sich bestimmte Spielarten anders verhalten, als sie aussehen. Eine Doppelte Chance deckt zwei von drei Ausgängen ab und fühlt sich sicher an; sie bezahlt aber genau deshalb weniger, und dieser Abschlag ist grösser als die zusätzliche Sicherheit, die sie gefühlt liefert. Ein Dutching-Ansatz, also das Aufteilen eines Einsatzes auf mehrere Ausgänge, um unabhängig vom Resultat denselben Betrag herauszuholen, ändert an der Marge nichts — er verteilt sie nur gleichmässig. Und das Unentschieden ist kein Ausgang wie jeder andere: In vielen Ligen ist es der Ausgang, den der Veranstalter am aggressivsten bepreist.
Der wichtigste Punkt dieses Abschnitts ist der unbequemste: Eine Value-Schätzung ist nur so gut wie ihre Ehrlichkeit. Wer die Schätzung nachträglich an die Wette anpasst, die er ohnehin platzieren wollte, hat keine Prognose, sondern eine Begründung. Deshalb gehört zur Prognose die Buchführung — nicht als Buchhaltungspflicht, sondern weil Erinnerung ein schlechter Zeuge ist. Wer seine Einsätze, die Quoten und die Ausgänge aufschreibt, sieht nach fünfzig Wetten in Zahlen, ob er etwas findet oder ob die Marge ihn findet.
Es lohnt ein Wort dazu, was eine profitable Strategie in diesem Rahmen bedeuten kann. Bei zwei Veranstaltern mit begrenzten Einsätzen, einer geschlossenen Liste erlaubter Sportarten und Märkte und einer Marge von rund 4 bis 6 % in den Hauptmärkten ist der Raum für Vorteile eng. Wer hier systematisch gewinnen will, muss besser schätzen als ein Markt, der aus vielen Einsätzen gespeist wird. Das ist möglich. Es ist nur nicht der Normalfall.
Die zehn Anbieter im Vergleich: Rahmen, Bewilligung und Wettangebot
Was eine Strategie zur Verfügung hat, entscheidet nicht die Methode, sondern das Regime. In der Schweiz gibt es zwei konzessionierte Veranstalter für Sportwetten, und daneben eine Reihe ausländischer Marken, die Schweizer Spielende antreffen. Diese beiden Gruppen sind nicht vergleichbar, und sie dürfen nicht zu einer Rangliste verschmolzen werden. Die erste Gruppe handelt auf einer Bewilligung nach dem Geldspielgesetz, mit Aufsicht, Limiten und Spielerschutz. Die zweite handelt nach eigenen Hausregeln ohne Schweizer Bewilligung. Vor allem: Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist eine Straftat nach Art. 74 Abs. 3 in Verbindung mit Art. 131 des Geldspielgesetzes und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Deshalb steht hier eine Einordnung, keine Empfehlung.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Sporttip (Swisslos) | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Jouez Sport (Loterie Romande) | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| 1Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung berichtet |
| Unibet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung berichtet |
| Bruce Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung berichtet |
| 1xBet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung berichtet |
| BC.Game | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung berichtet |
| BetOnRed | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung berichtet |
| Rollbit | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung berichtet |
| BDMBet | keine Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz wirksame Bewilligung berichtet |
Die Spalte mit der Veranstalterangabe trägt bei den acht ausländischen Marken dieselbe Aussage, und das ist keine Ausdünnung, sondern das Ergebnis: Eine Bewilligung, die in der Schweiz keine Wirkung entfaltet, ist rechtlich nichts, woran sich ein Anspruch knüpfen lässt (Art. 4 des Geldspielgesetzes). Ausländische Bewilligungen — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — haben hier keine Kraft.
Die erste Zeile der Tabelle verweist auf das ganze Konzessionsmodell: Zwei Veranstalter, zwei Vertragsgebiete. Sporttip wird im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Gebiet voraus.
Was heisst das praktisch für die Wahl? Zunächst eine Einschränkung, die jede Strategie prägt: Für die meisten Spielenden in der Schweiz gibt es real nur einen Kanal. Wer im Kanton Zürich wohnt, kann kein Konto bei Jouez Sport eröffnen; wer in Genf wohnt, keines bei Sporttip. Die Vergleichsfrage stellt sich also nicht zwischen zwei gleichwertigen Optionen, sondern zwischen dem einen zugelassenen Rahmen und einem ausländischen Angebot ohne Schweizer Schutz. Und die Einsatzgrenzen sind Teil dieses Rahmens, nicht eine Formalie am Rand.
Grundlagen: was eine Strategie leisten kann und was sie kostet
Der Rahmen, in dem sich alles abspielt, ist schnell beschrieben. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette beträgt CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Damit ist eine ganze Kategorie von Strategie in der Schweiz von vornherein ausgeschlossen: Das Martingale-Muster, das nach jedem Verlust verdoppelt, trifft nach wenigen Schritten auf eine Decke, die nicht verhandelbar ist. Das ist kein Nachteil, den man umgehen müsste. Es ist ein Schutz, der einem unangenehmen Plan die Luft nimmt.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten. Er wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese Rundung ist klein und in ihrer Richtung eindeutig: Sie geht immer zulasten der Spielenden. Bei einem einzelnen Einsatz von CHF 10 auf Quote 1.90 ist der Unterschied ein Rappen — nicht der Rede wert. Über Hunderte von Wetten ist es eine stille Abgabe, die nirgends aufgeführt wird. Dass sie existiert, sollte man wissen, bevor man über Optimierung spricht.
Eine abgesagte Wettereignis hat eigene Regeln. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, dann ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage Quote 1.00. Für eine Kombiwette mit zehn Voraussagen heisst das, dass eine abgesagte Begegnung den ganzen Wettschein auf neun Voraussagen reduziert. Die Gesamtquote sinkt entsprechend, und der Boost, der an eine Mindestanzahl von Voraussagen geknüpft war, kann ins Rutschen geraten.
Die Registrierung ist der Punkt, an dem eine Strategie zum ersten Mal Zeit kostet. Bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist kein Papierkram, den man an einem Abend erledigt, und es ist der Grund, warum die Zwei-Konten-Idee in der Schweiz nicht funktioniert.
Bei Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, unter 18-Jährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — eine Regel, die sich von selbst versteht und deren Verletzung trotzdem vorkommt.
Wer sein Guthaben auflädt, stösst auf weitere Zahlen. Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Für einen Plan bedeutet das: Es gibt eine Obergrenze dafür, wie viel Kapital überhaupt im System stehen kann. Wer mit einem grossen Budget arbeitet, muss es ausserhalb des Wallets halten, und das ist ein bewusster Aufwand.
Die Auszahlungsseite ist in der Praxis der Punkt, an dem sich zeigt, ob ein Plan durchgehalten wird. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden. Die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben; Beträge über CHF 1’000 gehen bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Konto. Wer häufig kleine Beträge abzieht, zahlt ab der dritten Abhebung — wer sein Guthaben sammelt, spart die Kommission, aber bindet Kapital in einem System, in dem die Limiten gelten.
Bei Jouez Sport gelten eigene Grössen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Obergrenze bei der Anzahl der Voraussagen ist hier der eigentliche Begrenzer: Wer Kombinationen als Strategie betreibt, stösst bei zehn Voraussagen an eine Wand, die Sporttip mit seinen Systemwetten nicht hat.
Und dann ist da die Seite, die keine Strategie reparieren kann. Ein Sporttip-Gewinn, der nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht wird, verfällt zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Diese Fristen sind kurz, sie sind schriftlich einzuhalten, und sie treffen in der Praxis die, die nicht aufschreiben, was sie gespielt haben.
Zum Schluss dieses Abschnitts die einzige Rechnung, die jeder selbst anstellen kann, ohne eine Statistik zu bemühen. Wer 200 Wetten im Jahr zu je CHF 10 platziert, setzt CHF 2’000 um. Bei einer Marge von rund 5 % in den Hauptmärkten ist der statistisch zu erwartende Verlust etwa CHF 100 — nicht als Prognose für einen Einzelnen, sondern als Durchschnitt über viele Spielende unter der Annahme, dass deren Schätzungen nicht besser sind als der Markt. Wer diesen Satz als Ausgangspunkt nimmt und dann über Value Bets spricht, spricht über die Frage, ob er diese CHF 100 schlagen kann. Das ist die ganze Frage.
Rechtslage: warum nur zwei Veranstalter eine Strategie tragen
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa beaufsichtigt, nicht von der ESBK, die nur Casinos überwacht. Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine gibt; die Gespa veröffentlicht lediglich die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Was überhaupt gespielt werden darf, ist eine geschlossene Liste. Erlaubt sind nur Sportereignisse — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zulässig. Massgeblich ist die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste den Eintritt in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, und niemals Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste weist weder Corner- noch Kartenmärkte aus und enthält keine Esport-Sektion. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS). Virtuelle Sportarten sind rechtlich nicht eingeordnet — dazu lässt sich nichts sagen.
Der Rahmen erklärt, warum eine bestimmte Art von Strategie in der Schweiz gar nicht erst existiert. Corner-Wetten, Kartenwetten, Esport-Märkte, Wetten auf eine dritte Liga ohne Listeneintrag: All das ist hier nicht verfügbar, unabhängig davon, ob es anderswo funktioniert. Wer einen Plan aus einem ausländischen Ratgeber übernimmt, übernimmt oft einen Plan für Märkte, die es im Swisslos-Angebot nicht gibt.
Personenschutz ist im Gesetz verankert, und zwar an einer Stelle, die für jede Strategie zentral ist: Limiten setzen die Spielenden, nicht der Staat. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz erst nach 24 Stunden — Swisslos und die Loterie Romande setzen in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein festes staatliches Einzahlungslimit gibt es in der Schweiz nicht. Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität ist die Regel (Art. 47–52 VGS).
Wer eine Pause braucht, findet sie geregelt. Die Spielsperre (Art. 80–82 BGS) erfasst überschuldete oder suchtgefährdete Personen und die Selbstsperre; sie wird in einem gemeinsamen Register der gesperrten Personen geführt. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Ein prüfender Blick auf die Praxis ist hier angebracht: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Der Schutz am Schalter ist also alles andere als streng, und daraus folgt für den eigenen Plan, dass die Kontrolle dort liegt, wo sie immer liegt: bei einem selbst.
Bezahlt wird nur auf ein Konto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und eine Kreditierung an Spielende ist untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und ergibt sich aus seinen Bedingungen — bei Swisslos etwa PostFinance Pay, dessen Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Ein Instrument, mit dem Banken oder Kartensysteme Zahlungen an nicht bewilligte Wettseiten blockieren, existiert in der Schweiz nicht.
Zur Besteuerung, und hier ist die kurze Version die richtige. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der eidgenössische Schwellenwert liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400). Der kantonale Schwellenwert unterscheidet sich — «je nach Kanton», einen einzelnen Kantonswert gibt es nicht. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Grössenordnung und zahlt auf den Gewinn keine Einkommens- und keine Verrechnungssteuer. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als vollständig steuerbares Einkommen. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht. Das ist allgemeine Information und ersetzt keine Auskunft: Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen.
Werbung und Gratisleistungen folgen ebenfalls Regeln. Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 gab es 24 Zustimmungen zugunsten der Loterie Romande und 8 zugunsten von Swisslos. Bonusbeträge und -bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Eine Sperrstunde für Werbung existiert nicht.
Was passiert, wenn ein Anbieter ohne Bewilligung auftritt
Ein ausländisches Angebot ohne Schweizer Bewilligung bedeutet konkret vier Dinge. Es gibt keine Schweizer Bewilligung. Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Sperrregister. Es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, wenn eine Auszahlung ausbleibt. Und Gewinne daraus sind nach kantonaler Praxis steuerbar. Der Spielende selbst wird nicht bestraft; das Bundesamt für Justiz hat das klargestellt. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
Auf der anderen Seite steht die Durchsetzung. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS). Die erste Liste stammte vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Die Gespa nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste. Für den Plan bedeutet das: Die Erreichbarkeit eines ausländischen Angebots ist kein Merkmal seiner Qualität, sondern ein Wettlauf.
Die ehrliche Einordnung ist keine Werbung für eine Seite. Der bewilligte Rahmen bietet vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzvoraussetzung und eine Identitätsprüfung. Das ausländische Angebot bietet mehr Auswahl und mehr Märkte, aber keinen Schweizer Schutz, kein Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsweg. Keines von beiden ist per se «die sichere Wahl». Das Geldspielgesetz zieht zudem eine harte Linie: Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Diese Linie verläuft zwischen dem Anbieter und dem Staat, nicht durch den Wettschein des Einzelnen.
Verantwortungsvolles Spielen: das Budget ist die Strategie
Die selbst gesetzten Limiten sind der einzige Teil einer Wettstrategie, der zuverlässig funktioniert, und sie funktionieren, weil sie vor der Entscheidung stehen, nicht danach. Vor der ersten Teilnahme bei Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Der interessante Teil dieser Regel ist nicht die Zahl, sondern die Verzögerung. Wer einen schlechten Abend hat und die Limite erhöhen will, wartet drei Tage. Das ist keine Schikane, sondern eine Bremse gegen genau den Impuls, aus dem die meisten grossen Verluste entstehen. Setzt man die eigene Limite am ersten Tag bewusst zu tief, ärgert man sich gelegentlich — aber der Ärger kostet nichts. Setzt man sie zu hoch, kostet der Fehler echtes Geld.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das ist mehr Reichweite, als viele erwarten: Wer sich sperrt, sperrt sich nicht bei einem Produkt, sondern für eine ganze Kategorie.
Und dann ist da die Aussage, die in keinem Marketingtext steht und in jedem Plan stehen müsste: Wetten bleibt ein Verlustgeschäft und kein Einkommen. Das ist keine Moral, sondern eine Rechnung, die im Abschnitt über die Prognosen bereits steht — rund 4 bis 6 % Marge in einem Zwei-Weg-Markt, das sind die Kosten einer jeden Wette, unabhängig davon, ob sie gewinnt. Eine Strategie kann diese Kosten senken, indem sie nur zu besseren Preisen spielt. Sie kann sie nicht auf null bringen. Und wer glaubt, dass sein Einsatz die Lösung ist, sollte den Einsatz zuerst als das betrachten, was er ist: Geld, das weg ist, wenn die Wette verliert. Nur Geld, dessen Verlust man verkraftet, gehört auf einen Wettschein.
Das ist der Teil, der am wenigsten Spass macht und am meisten bringt. Ein Budget, das man als verloren einplant, ein Verlustlimit, das man nicht anfasst, und ein Wettschein, den man aufschreibt: Das ist keine aufregende Strategie. Es ist die einzige, die einen schlechten Monat übersteht.
Rechnen, was das Budget trägt
Ein Einsatz ist keine Grösse, die man wählt, sondern eine, die sich aus dem Budget ergibt. Wer CHF 500 als Jahresbudget für Wetten festlegt und 100 Wetten plant, hat einen durchschnittlichen Einsatz von CHF 5. Wer CHF 200 festlegt und 100 Wetten plant, hat CHF 2. Die Zahl der geplanten Wetten ist die entscheidende Variable, nicht die Quote — und genau hier kippt die Rechnung. Hohe Einsätze auf wenige Wetten erhöhen die Schwankung: Man kann ein Budget in vier Wetten verlieren, ohne dass eine davon schlecht gewesen wäre. Kleine Einsätze über viele Wetten dämpfen die Schwankung und senken das Gewicht jeder einzelnen Entscheidung. Bei einem Mindesteinsatz von CHF 1 bei Sporttip ist der Puffer nach unten reichlich bemessen.
Was ein einzelner Einsatz niemals tun darf, ist Geld binden, das ohnehin gebraucht wird. Diese Grenze lässt sich nicht ausrechnen, nur setzen. Wer den Wettschein und die offenen Rechnungen im gleichen Blick hat, sollte die Limite nicht im Wallet setzen, sondern bei der Bank.
Die Anbieter im Einzelnen
Bei den folgenden Einordnungen steht jede Bewertung auf dem, was über den jeweiligen Anbieter festgehalten ist. Die acht ausländischen Marken werden nach denselben Massstäben betrachtet wie die beiden Schweizer Veranstalter — und bei acht von ihnen führt derselbe Massstab zum selben Befund: keine Schweizer Bewilligung. Das ist keine Wiederholung aus Bequemlichkeit, sondern der Vergleich selbst.
Sporttip: der vollständige Schweizer Rahmen mit sieben Tagen Verzögerung
Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung liegen vor, die Aufsicht führt die Gespa.
Der Zugang ist geografisch gebunden: Registrierung nur für Personen im Vertragsgebiet, und der Ausweis wird beim Hochladen gegen Adressdatenbanken geprüft. Der Einsatzrahmen reicht von CHF 1 bis CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten und bis CHF 10’000 für Systemwetten. Der Gewinn ist auf 5 Rappen genau abgerundet. Für Ein- und Auszahlungen gelten die Wallet-Grenzen: Mindestkauf CHF 20, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, Wallet-Obergrenze CHF 9’999, zwei kostenlose Auszahlungen pro Jahr, danach möglicherweise 3 % Kommission, Gutschrift kleiner Gewinne automatisch, Beträge über CHF 1’000 innert 3 Arbeitstagen.
Die Wahl, die dieses Angebot dem Spielenden lässt, ist die zwischen Vollständigkeit und Enge. Es gibt keinen zweiten Kanal für eine Strategie im gleichen Schutzrahmen. Wer hier mitspielt, spielt in einem System, das seine Einsätze begrenzt, seine Spielarten über eine Liste steuert und ihn nach drei Tagen Wartezeit daran hindert, eine Verlustlimite im Affekt zu erhöhen. Diese Enge ist kein Mangel der Bewilligung, sondern ihr Inhalt.
Jouez Sport: derselbe Schutz, andere Gewinndecke
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Auch hier liegt eine Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter Aufsicht der Gespa vor.
Die Zahlen, die dieses Angebot von Sporttip unterscheiden, sind auf der Gewinnseite zu finden. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi liegt zwischen mindestens 1.10 und höchstens 100’000. Ein Konto setzt Wohnsitz in einem der sechs Kantone voraus.
Der Vergleich der beiden Schweizer Angebote führt zu einem Ergebnis, das selten ausgesprochen wird: Für einen Spielenden ist die Frage meistens schon entschieden, weil sie vom Wohnkanton abhängt. Wo sie offen ist, entscheidet die Kombinationsgrenze. Zehn Voraussagen sind bei Jouez Sport das Maximum; wer Kombinationen als Kern seines Vorgehens sieht, stösst dort früher an die Decke.
1Bet: ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung
1Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten anbieten. Eine im Ausland berichtete Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Es besteht keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg bei Streitigkeiten, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.
Wer ein Konto bei einer solchen Marke führt, verliert genau das, was den Schweizer Rahmen ausmacht: die Anbindung an das Sperrregister, die Beschwerdemöglichkeit und die Gewissheit, dass die Regeln, unter denen gespielt wird, von einer Schweizer Aufsicht überprüft werden. Dafür bekommt er Märkte, die in der Schweiz nicht zugelassen sind. Dieser Tausch ist eine Entscheidung, keine Kleinigkeit.
Unibet: bekannte Marke, keine Spur in der Schweizer Aufsicht
Unibet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine im Ausland berichtete Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain möglicherweise auf der Sperrliste.
Bekanntheit ist hier kein Kriterium, und das ist der Punkt, an dem die Bewertung am häufigsten danebengeht. Ein Name, den man aus anderen Ländern kennt, sagt nichts über den Status in der Schweiz. Die Aufsichtsbehörde führt keine Liste ausländischer Anbieter, die hier tätig sein dürfen — sie führt eine Liste der Domains, die blockiert werden.
Bruce Bet: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Schweizer Rechtsweg
Bruce Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine berichtete ausländische Bewilligung wirkt in der Schweiz nicht (Art. 4 BGS). Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain möglicherweise auf der Sperrliste.
Bei Marken dieses Profils steht und fällt die Beurteilung mit einer Frage, die der Schweizer Rahmen automatisch beantwortet: Was passiert, wenn die Auszahlung ausbleibt? In einem bewilligten System gibt es eine Aufsicht und einen Weg. Hier gibt es nur die Hausregeln des Anbieters, und deren Durchsetzung ist eine Frage des Sitzes und nicht des Wohnorts des Spielenden.
1xBet: kein Schweizer Titel, keine Schweizer Aufsicht
1xBet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine im Ausland berichtete Bewilligung hat hier keine Kraft (Art. 4 BGS). Keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain möglicherweise auf der Gespa-Sperrliste.
Ein Umstand, der bei solchen Angeboten regelmässig unterschätzt wird: Auch wenn der Spielende selbst nicht bestraft wird, können Einsätze und Gewinne in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Das Risiko trifft also nicht nur den Anbieter.
BC.Game: ohne Bewilligung im Schweizer Markt
BC.Game hat keine Schweizer Bewilligung. Eine berichtete ausländische Bewilligung wirkt in der Schweiz nicht (Art. 4 BGS). Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain möglicherweise blockiert.
Interessant ist hier weniger die Marke als der Kontrast zum Schweizer Angebot. Dort ist die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten geschlossen, Corner- und Kartenmärkte fehlen ganz, Esport kommt nicht vor. Wer solche Märkte sucht, findet sie nicht in einem bewilligten Rahmen — und muss dann abwägen, ob ihm die Märkte den Verlust des Schutzes wert sind.
BetOnRed: kein Schweizer Veranstalter, kein Schweizer Schutz
BetOnRed hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung wirkt hier nicht (Art. 4 BGS). Keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain möglicherweise auf der Sperrliste.
Der praktische Nachteil liegt nicht im Spiel, sondern daneben: Wer sein Guthaben abzieht, ist auf die Zahlungswege des Anbieters angewiesen, und im Schweizer Rahmen gilt die Regel, dass nur auf ein Konto im eigenen Namen ausgezahlt wird (Art. 50 Abs. 2 VGS). Diese Selbstverständlichkeit ist ausserhalb der Bewilligung keine Selbstverständlichkeit.
Rollbit: ohne Bewilligung, mit Sperrlistenrisiko
Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. Eine berichtete ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS).
Die Sperrliste wächst und wird schnell nachgeführt — Ende 2025 umfasste sie 671 Domains, und Domain-Hopping ersetzt blockierte Adressen innert Stunden. Für den Plan heisst das: Ein Anbieter ausserhalb der Bewilligung ist in der Schweiz nicht verlässlich erreichbar, und das ist eine Eigenschaft des Zugangs, nicht des Angebots.
BDMBet: keine Bewilligung, keine Schweizer Anlaufstelle
BDMBet hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Bewilligung wirkt in der Schweiz nicht (Art. 4 BGS). Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain möglicherweise blockiert.
Bei Marken ohne Schweizer Bewilligung fehlt am Ende das, was eine Strategie trägt: eine Instanz, die im Streitfall entscheidet. Wer sein Vorgehen ernst nimmt, braucht diese Instanz nicht jeden Tag — aber an dem Tag, an dem er sie braucht, gibt es sie nicht.
Was von einem Plan übrig bleibt
Eine Wettstrategie mit Erfolg in der Schweiz besteht aus sehr wenig. Ein Budget, dessen Verlust eingeplant ist. Ein Einsatz, der sich aus diesem Budget und der Zahl der geplanten Wetten ergibt, nicht aus dem Wunsch, schnell etwas zurückzuholen. Verlustlimiten, die man am ersten Tag setzt und nicht mehr anfasst. Eine Buchführung, die auch die unangenehmen Monate enthält. Und die Bereitschaft, eine Wette nicht zu platzieren, wenn der Preis nicht stimmt.
Was nicht dazu gehört: Verlustjagd. Eine Erhöhung der Limite nach einem schlechten Abend ist technisch möglich — sie wirkt erst nach 72 Stunden, und in diesen drei Tagen entscheidet sich, ob man ein Spieler mit einem Plan ist oder jemand, der einen schlechten Abend korrigieren will. Auch nicht dazu gehört das Martingale-Muster, das in der Schweiz ohnehin nach wenigen Schritten an der Höchsteinsatzgrenze scheitert. Und nicht dazu gehört die Vorstellung, Live-Wetten seien deshalb lohnend, weil man den Spielverlauf ja sehe; der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn, und der Ausstieg hat seinen Preis.
Die Rechnung, die bleibt, ist eine defensive: rund 4 bis 6 % Marge in einem Zwei-Weg-Markt, das sind die Kosten pro Wette, und wer diese Kosten nicht senkt, verliert statistisch bei jedem Einsatz ein wenig. Genau deshalb ist die einzige Zahl, die wirklich zählt, nicht die Quote auf dem Wettschein, sondern der Einsatz, den man sich selbst erlaubt hat. Wer diese Zahl zu tief setzt, verliert weniger. Wer sie zu hoch setzt, erfährt den Unterschied sehr schnell.
Häufige Fragen zu Wettstrategie in der Schweiz
Kann eine Wettstrategie die Marge der Anbieter auf Dauer überwinden?
Nur mit Schätzungen, die besser sind als der Markt — und der Markt speist sich aus vielen Einsätzen. In einem illustrativen Zwei-Weg-Markt zu je 1.90 liegt die Marge bei rund 5 %, also in einem Band von etwa 4 bis 6 %. Darunter verschwindet jeder kleine Vorsprung, und ein systematischer, dauerhafter Vorteil ist die Ausnahme, nicht der Normalfall.
Was ist eine Value Bet, und wie schätzt man den Wert einer Quote ein?
Eine Value Bet ist eine Quote, die höher liegt als die eigene Schätzung des Eintretens. Der Wert entsteht aus dem Vergleich zwischen Preis und Schätzung, also aus Statistik, Form und einer ehrlich notierten Wahrscheinlichkeit. Fehlt die Schätzung, gibt es keinen Vergleich — und ohne Vergleich ist jede Quote einfach nur ein Preis.
Wie gross soll ein Einsatz im Verhältnis zum Budget sein, und was heisst Bankroll-Management?
Der Einsatz ergibt sich aus dem Budget geteilt durch die Zahl der geplanten Wetten, nicht aus der Höhe der erwarteten Quote. Wer CHF 500 für 100 Wetten einplant, kommt auf CHF 5 pro Wette. Kleine Einsätze über viele Wetten dämpfen die Schwankung; bei Sporttip beginnt der Mindesteinsatz ohnehin bei CHF 1.
Wie weit helfen selbst gesetzte Verlustlimiten, Verluste zu begrenzen?
Sie begrenzen den Schaden eines schlechten Abends, weil eine Senkung sofort wirkt und eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — bei Swisslos mit Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000, je für 1, 7 und 30 Tage. Was sie nicht tun: aus einem Verlustgeschäft ein Geschäft machen. Sie bremsen, sie heilen nicht.
Worin liegt bei Livewetten der Unterschied zu Wetten vor dem Spiel, und wie funktioniert Cash-out?
Livewetten verlangen Entscheide in Sekunden, ohne dass der Veranstalter mehr Märkte garantieren muss; ob live übertragen wird, ändert an der Gültigkeit nichts. Cash-out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombi- und Langzeitwetten, nur online und nur vollständig — ohne Teilauszahlung, nicht rückgängig zu machen und nicht für jeden Markt garantiert.
Wie sind Gewinne aus Sporttip oder Jouez Sport steuerlich zu behandeln?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei; ab dem 1. Januar 2026 liegt der eidgenössische Freibetrag bei CHF 1’071’000. Der kantonale Wert unterscheidet sich, also gilt «je nach Kanton». Darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, rückforderbar über die Steuererklärung.
Strategie – anbietervergleichch.com
Inhalt erstellt vom Team «anbietervergleichch.com»
